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Full text of "Hiersmann 500"

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I 1922 



KATALOG 



1922 j 



-»» 



5ÖÖ 



«*e- 



i ORIENTALISCHEMANÜSKRIPTE 

s 

I ARABISCHE, SYRISCHE. GRIECHISCHE, ARMENISCHE, 

! PERSISCHE HANDSCHRIFTEN DES 7 -ia. JAHRHDRTS. 

\ MEIST THEOLOGI5CHEN. VORZUGLICH KIRCHEN- U. LITURGIEGESCHICHT- 

I LICHEN INHALTS VON HOHER BEDEUTUNG, Z. GR. TL 1NED1TA UND UNICA 



MlT 20 TAFELN 



Nr. U. 
Gebefsrolle. 




Armen, Hand- 
schrift. !8,Jahrh. 



KARLW. HIERSEMANN IN LEIPZIG 

BUCHHANDLER UND ANTIQUAR / KONIGSTR. 29 

FERNSPRECHERi 1172 und 1572 / TELEGRAMM - ADRES5E: 

BUCHHIERSEMANN LEIP2IG ƒ BANKKONTO : ALLG, DEUTSCHE 

CREDIT-ANSTALT \ POST5CHECKKONTO LEIPZIG No. 11431 

POST5CHLIE5SFACH No, 163 



Die Katalo gpreise versteken sich ohtie jeden Aufschlag 



s 



8 



Karl W. Hiersemanns neueste Kataloge, die kostenfrel zu 
Diensten stehen: 

Nr. 487, Manuskripfe vom Mittelalter bis zum 16. Jahrhunderf. 

Mit 12 Tafeln. 351 Nummern. 

„ 4ÖÖ. Aegypfologie, 451 Nummern. 

„ 489. Klassische Archaeologie und klassische Philologie. 

700 Nummern. 

„ 491, Ardiitektur. 1113 Nummern, 

„ 492. Inkunabeln, 140 Nummern. 

„ 493. Kunsfgesdiichfe. 1227 Nummern. 

* 494. Geographie und Reisewerke. 1173 Nummern. 

493. Kunsfgewerbe. 993 Nummern. 

496. Mexiko, Antillen, Centralamerika. 991 Nummern. 

497. Nordamerika. 1036 Nummern. 
499. Spanische Dokumente. 
301. Nationalökonomie, Reditswissenschaft. 727 Nummern. 

„ 502. Frankreich, Urkunden, Dokumente, Handschriften, Ge- 
sdiidite, Kullurgeschichte, Literatur, z. T. aus der Biblio- 
thek des Prof. Suchier, Halle. 879 Nummern, 

In Vorbereitung sind und erscheinen demnachst: 
„ 503. Geschidite Nordwesteuropas; England, Skandinavien, 

Belgien, Niederlande. 
„ 504. Ardiitektur. 



Inhalt: 

SeHe 

Vorworf 1 

Orientalische Manuskripte 3 

Nacktrag , 22 



Vorwort. 

Der vorliegende Katalog, der die Nr. 500 tragt, bedeutet 
für die Geschichte meiner Firma einen gewissen Einschnitt. 

Es lag mir daran, dies auBerlich wie inhaltlich nach der 
Seite der Ausstattung, wie auch nach der sachlichen Seite hin 
auszudrücken. Der Katalog erscheint in besserer Ausstattung und 
enthalt eine Sammlung orientalischer Manuskripte, die zum 
gröBten Teile von auBerster Seltenheit, hohem Alter und gröBter 
Kostbarkeit sind. Es finden sich darunter eine gToBe Reine von 
Stücken, die schlechthin Unica und Offenbarungen von ganz 
einzigartigem Werte sind. Das gilt vor allem von den syrisch- 
melkitischen Handschriften, d, h. Manuskripten , die aus 
syrisch-orthodoxen Kreisen stammen. Sie verschaffen uns teil* 
weise — von dem eminenten liturgiegeschichtlichen Werte 
der meisten einmal ganz abgesehen — zum ersten Male 
einen Einblick in ein offensichtlich sehr unverachtliches, 
eigentlich literarisches Leben der syrischen Melkiten. 

Eine genaue Datierung findet sich nur in einigen Originalen. 
Für die übrigen Manuskripte ist eine solche versucht worden. Es 
muB nachdriicklich betont werden, daB subjektiven Vermutungen 
kein Spielraum gelassen wurde. Das Ansetzen der Datierungen 
geschah durch erste Spezialisten mit der gröBten Gewissenhaftigkeit 
und zwar nicht nur unter Zuhilfenahme des einschlagigen palao- 
graphischen Materials, sondern vor allem auch im Hinblick auf 
sachliche Kriterien; denn diese sachlichen Indizien (Inhalt, kon- 
fessionelle Herkunft, Fundort, Material usw.) sind manchmal sicherer, 
als die palaographischen. Wohl wissend, welche heikle Angelegen- 
heit es ist, in solchen Fallen bestim mte Zahlen zu geben, sind die 
Angaben mit der gröBten Vorsicht gèmacht worden unter Beigabe 

l 



2 Verwon. 

der sachlichen und palaographischen Indizien, die zu eb en dies en 
Datierungenmit z wingender No twen digkeitführenmuBt en, 

Für die Kenntnis der Liturgiegeschichte iro allgemeinen, der 
Geschichte des melkitischen Ritus im besonderen, für den Kirchen- 
historiker und den Erforscher der orientalischen Sprachen sind 
diese Handschriften von unschatzbarem Werte. Sie werden 
zweifellos in vielen Beziehungen berichtigend und erganzend, in 
etlichen Teilen sogar revolutionierend auf diesen Gebieten wirken. — 

Zum Schlusse mochte ich nicht versaumen, Herrn Universitats- 
professor Dr. Baumstark in Bonn meinen Dank auszusprechen für 
die von ihm mit ausgezeichneter Kenntnis und gröflter Sorgfalt 
für diesen Katalog gefertigten Aufnahmen syrischer, arabischer 
und griechischer Manuskripte* 



Orientalische Manuskripte. 

M. Pf. 

1 al-Bnfaarï, Mohammed b. Imaïl Abü 'Abdallah Al-Djufi, al-Djan» 
al-Sahih (das „luchtige", B Korrekte*), Arabische Handschrift auf 
impragniertem Papier aus der Mitte des 18. Jahrhunderts (datiert: 
1141 der Hedachra). 546 BH. davon 15 weïsse. 23 Zeilen. 20,5 X 15 cm, 
Gleichzeitiger roter Originallederband, — Vergl. die Abbildung 
auf Tafel I. 12000 — 

Der rote, originelle u. gesehinaekvolle Lederband iat wie die Handschrift selbst 
eine Arbeit des 18. Jahrhuaderls. Beide Buclideckel weiaen, ahnlich wie die 
orientalischen Teppiche, ornamental-symmetrische Dekorationen auf n. zwar 
wurden die zu dekarierenden Stellen zunSchst mit Papier von gelblichem 
Farhton überklebt u. diese* dann mit Stempdn in das teder hineingepunzt 
Auf beiden Dcckeln fiind die Dekorationen in ein Viereck hineinkomponiert, 
das von oiner schwarzen, einer gelben, ornamentierlen Leiste u, br eun- 
uchen Linien umaiiüint wird. Die Mitte des Vieteeks nimmt ein raondel- 
förmiger ZÏÏerat ein. Unter u. Über das MitteJstück ist jo ein kleines blalt- 
formiges Zierlcld gesetzt, Die vier Eckon werden ebenfalls durch Orna- 
mente ausgerüllt u. auch von den Kanlemnitten gehen Zierstücke aus. Ala 
Ornamente aind BlUtenmuster veTwendet. Wie alle typisch orientaüschen 
Einbande isi auch dieser mit einer ühergreif enden Klappe versehen, die 
ebenea wie die den Vorderschnitt deckende Einbandflache ühnlich wie dio 
Deckel geschniUckt iat. Die Innenseiten der Deckel sind mit buntcm, pflanz- 
lich-ornamentale Dekoration aufweisendem Vyrsatzpapier beklebl. Der Ein- 
band ïfi gul erhaiten. — Sehönes breitrandiges Exemplar liieaer pr&chligen, 
vorziiglich erhaltenen und von einer Hand stammenden HandschriTt, die den 
creten Teil der berühmlen Traditionssammlung Buharis (810— 670) enth&H, 
Der Text iat nuf jeder Seite von einer doppetten Linienbordtlro in Rot uni- 
rankt. Teilweise vokalisiert. Mit einigen Randbem&rkungen. Die Kapitel- 
Uberschriften in roter und grtlncr Tinle. Zum Text vgl. L« Recueü de 
traditions musulmanes par L, Krehl, Leyde 1862—68, continue par Th. W. 
Ingeboll IV, 1908, Die Sammlung ist im Oriönf. sehr oft gedruckt worden 
(Bulacj, Kairo, Delhi, Bombay uew.). Aal dem Titelblatl Besitzvermerk von 
Dr. Friedr. Muller, Wien 1864 u. Prof. P. W. Neumann-Wien 1865. 

2 Codex Syrlacus I. Syrische Pergamenthandgchrift melkitiacher 
Herkunft mindestens in der Hauptsache wohl des frühen 9, Jahrhs-, 
am Anfang und Ende unvollstandig, enthaltend vorwiegend asketische 
und asketisch-hagiographische Texte grösserenteils aus dem Griechi- 
schen übersetzt, darunter solche von bezw. unter dem Namen von 
Isaias Icetensis, Ammonios, Makarios, Anastasios Sinaïta, 
Johannes Klimakos, Johannes Chrysoatomos, Gregorios 
von Nyssa und aus der Historia monachorum (des Rufinus?) 
und dem Pratum Spirituale des Johannes Moschos, daneben 
syrische Originale in Prosa von Is aak von Ninive und Abraham 
von Nephtar und eine Dichtung unter dem Namen Ephrams. 
Mehrere Stücke sind nicht nur Inedita, sondern auch hand- 
schriftlich anderweitig nicht nachzuweisen. Die sechs 
letzten Bil. sind reskribiert und scheinen einem Choralbuche mit 
zweikolumniger Schrift des 6, bis 7. Jahrhs. zu entstammen. — 
105 Bil. 104 X 145 cm. zu 20 bis 22 Zeilen. Moderner, jedoch stU- 
gerechter Holzdeckelband mit Lederüberzug. -— Vergl, die Abbil- 
dung auf Tafel IL 280000 — 

Karl W, Hierseniann in Loipzig, Ktinigstrasse 29. Katalog 500. 

1* 



OrientalUiche Manuakripte 

Die Handschrift besteht aus Blattlagen verschiedener Star Re (vorwiegend 
Quinternionen), von welchen die beiden ersten als 4 und ~> nuroerierl 
.sind, sechs weitere einer Numerierung entbehren. Da BI. 34 r<* zum 
grosseren Teile und 34 r° vollslündig weiss gelassen und dahinter ein 
weiteres weiss gelaseenes Blatt ausgeschnitten ist, mussen im Zusammen- 
hange mit jener widersprechenden Numcrierunïif mindestens BI. 1—34 
und 35—195 als ursprünglicli zwei verschiedenen Hand- 
schriften angehörend belracïilet werden, wenn nicht auch, wofür pa- 
laographiscbe Indizien zu sproehen eclieinen. auch noch BI. 20 oder 27, 
34 und 35—71 als ursprünglicli selbstandige Bruchstticke zu gelten hahen. 
Zwischen BI. 189 und 190 sind 1 bis 2 BI. ausgefallen. Das Faksimilo 
Tafel XI des Kataloges gehort der allenfalls otwas j tingeren Mittelparti'' 
nn. Die Schrift von BI. 71 nu, merkiich altertümücher als diejenige 
ion Codex Syriaeus II., reiht sich durchaus d<»n bni .7. F. N. Land. 
Anecdota Syriaca 1, Taf. XIII aus dem Anl'ang dts '.t. Jahrhs. gebolenen 
Schriftproben au. Diejenige auch echon vort BI. 1—19, hzw. 26, zeigf 
einzelne jüngere Züge, so vor allem in der Form des h. Doch handelt 
os sich hier um wesentïich spezifisch-melkitischo Erscheinungen, dif 
verhaltnismössig wenig bosagen. da ein melkitisches Ver 
(ïleichungsmateria I so hohen Altere kaum zu Gebote stehi. 
Jedenfalls lehrt ein Vergleich etwa mit VV. Wright, Catalogue of the 
syriae manuscripte in tho Brilish Museum, Taf. XV (votn J. 104i>}. 
dass über das 10. Jalirh, auch hier sch lech terdfingle nichjl 
herlabgcgangon werdon kann, und ein Gleiches gilt selhst von 
BI. 27—71. 

1, lil. lT n — 8t". Abhandrung «in» unbekannt bleibenden ayriiohau Verf» «• era 
über die BuGe, au Anfang unvollstündig. Kxpl. lejjutt ^-«t {jk^JUf »*r> 

v j,it\x ^A^\, JLua«,& «tVt .^o*a. 

S BI. 8r*— 0t u . Iaaias vonBkete, Aóf^ «' (lateiniaohbeiMigneP(H0.1106fl). 
Die asketiaehen „Beden" und Biiefe dei I. liegen ■yrisch in zatalreicben 
Bxemplaien ror. Vgl. A. Baumatark, Geachicnte der arriachan Literatur 
S. 166 Anmk. S. 

S. BI. 9» 1 »— 13 t». Brief dei Ammonioi (oder Ammonas), Sohütert dei JEremiten 
Antonio» (la e. „mêiju* %^ V^a J ^tnHl^t Vlso* toe*j), in 
dieier Bsuniion nar noch in der einalgen etwi gle ioha l trigen 
Ha, Br. Mui, 797 (Add. 18814 fól. 183—269) & n a vorliegend. 

4. BI, 13v°— 19v<>. Sammlung von Philosophensprüchen über die Seele, nachst 
verwandt mit den von E. Sachau, Inedita Syriaca S. 76—79 und A. Smith 
Lewie, Studia Sinaïtica 1, S. 26/38 herausgegebenen, j edoch ohne Ver- 
fasserangabe für die einzelnen Sprüche, dafür aber eine Reine dort feh- 
lender bietend. 

5. BI. 20r°— 26v°. Drei Abhandlungen des Nestorianers Isaak von 
Ninive, hrsg. von P. Bedjan, Mar Isaacus de perfectione religiosa. 
Paris 1909. S. 99—110. 176/7 (als Nrn. 8, 9 und 23). 

6. BI. 27r°— 34 r°. Asketengeschichlliche Exzerpte, von welchen das ei-sle 
Stück (BI. 27 r<>— 31 r°) mit Kap. 12 der Historia monaehorum (des Rn- 
finus ?) identisch ist, hier aber in einer anderen Ubersetzung vorliegi 
als derjenigen, 'in welcher es bei P. Bedjan, Acla martyrum et sancto- 
rum 7, S. 400—407 gedruckt ist, das zweite, über Paulus Simplex 
handelnd (BI:. 31 rO— 32v°) sich sachlich mit Kap. 19 der Historia Lau 
siaca des Palladios berührt. 

7. BI. S6r*— 4ttr°. Gedicht (unter dem Namen?) Ephrïmi lm aiebenailblgan 

Metrum über das Weltende(lnc.^I|Ajts&LM «aal y j~A ft Ui I^jb *«M ^X L*l). 
Viellofolit identiaoh mit dem unToUatündlg in det etira gleichaltrigen Ha. Brit. 
Mui. 777 (Add. 14 690) 1° Torllegenden. 

8. BI. 49 r»— 68 v°. Zirel StOoke Ia»ak tod Ninire in OebeUform (ino. lm&.\ 

jJaJjjX ^4-*I 1***° Q *a 4k«jl* uj«u»[ b«sw. {•£.! r L«aA' ^fV° 
ya<lw> tU&M^aj) tn der Anagabe Bedjana fehlend und auch hand- 
• ohrlftlleh blalange nicht naohgewleeen und -wie die bei Bedjan 
S. 687 — 8 gedruokten rerwandten Proben duroh gohirung und rellglöae 
Smpfinduncfttiofe hoohintexeaaant. 
9. Bi. ó8v°— 64v ü . Gedicht des isaak (von Anti.ocb.ia) im siebensilbigen 
Metrum „über die Bergbrüder", hrsg. von P. Bedjan, Homtliae s. Isaaci 
Syri Antiocheni. Paris 1903. S. 296—305. 

10. BI. 04 ▼•— 71 t°. Weitere» Stück Iaaaka TonNlnlr* in Gebetaform (Inc. 

La^P; tUSNt «itoittJ v^-)l} i>uuüU» .yloA-^ pat Ik^JJlA jL»), 

11. BI. 72r0— 81 vo. Die Kap. 1, 3, 5 (zweite Halfte), 6, 8, 9, 11, 15, 16, 

18, 19, 28, 31, 37, 39 und 150 des Pratum Spirituale des Johann^s 
Moaichos, in der Uberschrift irrtümlich dem Palladios zugeschrieben, 

Kar! W. Hiersemann in Leipzlg, KÖnigstrasse 29. Katalog 500. 



M. PI 



Orientalische Manuskripte. 5 

M. Pf 

alB e,T6t* bekannt wordende Probe einor Übersetzuug auch 
dieees asketengeschlchtlichen Werkes ins Syrische von 
höchster Bedeutung und bel der kurzen Zeitspanne, die zwischen 
der Entatehung dieser Ubereetzung und d er j enigen des Originals nur 
liegen kann, auch für die Textkritik des letzteren überaus 
werAvoll. 
12. BI. 81v°— 94t°. Homilie des Anaslasios Sinaïta über Psalm 6 
(im griechischen Original Migne PG 89, 1077/1115), nur hier in sy- 
rischer Übersetzung vollst&ndig erhaltein, wahrend in der 
ctwa gleichaltrigen Hs. Vat. Syr. 369 nur der Schhiss vorliegt. 

18. BI. 94r*- I09r°. Texte unt*t dein Namen Makarioi» dei Agypters: 

a) Bcantwortung der Fragen 

a) welcber Furoht die Diener Gottei unterworfen aind CB1. 94 r°- »•. Ine. 

p) wie der Mens oh arm lm Qeiite wird (BI. Mz*— 100z*. Ine. ^» J^.a* 
«ut -•»•*-»( ,&*> yt^j) 

b) Über den Wart dei Mönohilebem (BL lOOr»— 1»1t«. Ine **dfc^ p&* <j> 

JjyuhAM) Jbeuuueat <^uJ VjI). 
o) „Lebre" (BI. lOlv'-lOIr*), 

d) (BI. 108 r°— 104 t"), 

e) (BI. 106r«— 106r°) in der altesten Hi. Br. Mm. 727 (Add. 12176 ft»L 81/864) 
Tom J. 684) die Nrn. 4» c°) tj', C und t', 

f) Über da» Denken (BI. 106r*.v«. Ine. o.V.leX Xj»f«.-> Jbsit pJLmj Jja). 

f) Über die Demut (BI. 106v°-1O7t"), 
) Troatiobrelben an unBohnldig Scbmëbung Leidende (BL 107t°— IOIt) ia 
der He. Br. Mub. 727 die Nrn. 4" c") <■ und 8'. 

14. BI. 109r°— 115r°. Johannes Cbrysostomoa zugscbriebéne, aber 
mindestens in der unmittelbar vorliegenden Textgestalt original- 
syrische Predigt über das Leiden Christi, nur noch in zwei 
weiteren Hss. Vat Syr. 369. Bi. 122/124 und Br. Mus. 835 (Add. 
12165) 80° erhalten und aus der letzteren brsg. von M. Kmosko, Oriens 
Christianus 3, S. 106-115. 

L5. BL 115 r°— 123 r°. Abhandlung 20 eines merkwürdigen „Buches der 
Stuf en", wahrscheinlich eines zu Anfang des 6. Jahrhs. lebenden Ro- 
manos. Vg. über dasselbe und seino handschriftliche Überlieferung 
A. Baumstark a. a. O. S. 165 (beeonders Anmk. 6). 

16. BI. 1230— 185r<>. Auszüge aus der xXt(i«5 des Johannes Sinaïtes, 
namlich Kap. 14, Anfang von Kap. 15 und Kap. 26. 

17. BI. 135v°— 147v°. Gregorios von Nyssa, „Rede über die Enteagung" 
In syrischer übersetzung sonst nie vorlfegend und anscheinend auch im 
Original nicht nachweisbar. 

JLs. BI. 147 v°— 160 v°. Legende des „ Mannes Gotles aus Rom, der in den 
Tagen des Büschofs Rabbula in Edessa triumphierte und gekrönt wuxde" 
(d. h. des hl. Alexios) in der üblichen Doppelgestalt, nach welcher der 
Held in Edessa bezw. im Hause seiner Eltern in Rom endet. Hrsg. 
von A. Amiaud, La légende syriaque do St. Alexis. Paris 1889. 

11». BI. lülr — lötir", JoiitiunoB Chrysoatomoi beigul.;pto Predigt über die Var- 
klarung Christi, tateachlich das Werk einee gegeu Nestorianer und Monophj- 
•iten polemisierenden Cbalkedonensiere. (inc. o \\+** JLajm *m i--""^ 
UZ) Lia^ow Uu** JSfcj *»• l*k-& JLao^s **). 

20. BI. 166v°— 176v°. Legende der hl. Euphrosyne, wesentlich in der von 

A. Smith Lewis, Studia Sinaïtica 9, S. 61/80 herausgegebenen Textge- 
stalt, doch nicht ohne einzelne Varianten des Wortlautes, welche die 
Handschrift neben der dort zugrundeliegenden Sinaït. 30 (vora J. 778) 
als einen selbstandigen und beachtenswerten Textzeugen , erscheinen 
lassen. 

SI. BL 176v°— 18 t». Legende der hL Onesfma (Ine. t^at tluh^*L| ^»j jjul 
!o«* «o,QJkj| Li«») In einar von dir dnroh B. Bedjan, Aeta mtityrara et 
■anctomm 5, B. 406—491 und A. Smith Lewie, Stadia Sinaitioa 9, S. 81—98 
veröffeutliohten itark abweiohenden Bezensfon, die biiher lyriBoh nat 
daroh die weit jttngeren Handiohriften Berljn 74 (Saohau 9, rom 
J. 1694— 5} nnd Br. Mui. Or. 4526 (Tom J. :■ 720/7) Tertreten lohlen. Vgl eine 
Betchreihung derielben nach der Karaohuni-Hs. Berlin 110 (Saohau 713° bei 

B. Sacbau, Die HandBobriftenTerzelohniiie der Kei. Bibliothek in Berlin. 
XXIII. Band. Veraeiohnii der ayriioben Handiolirirten 8. 878. 

03. BI. 186t°— 189 t 9 . Zwei askotUche Faraneeen des Neatorianera Abrnham 
von Nephtar: Aaiemani Bibl. Or. 1, 8. 464 Nr. 1 und eine ander^-eitig 
nicht naehweisbare (ino. *tpj« JLt>JI oi\. L*L* \m«i )>tJaXa >j,j» ^a 
wnrC\^> >ÜCD JLfcUJUaf). 

Karl W. Hiersemann in Leipzig, KOnigstrasse 29. Katalog 500. 



6 Orientalische Manuskripte. 

M. Pf. 

38. BI. 190r°— 195 v". Lehrdichtung mona»tiBdi-asketiicb.en InbalU im aieben- 

Bilbigen .Metrum, zu Anfang und Ende nnvolUtandlg- Zweimal (BI. 191 v« 

uiid 103 v°) wird duroh dia Schrift der Anfang elnei neuen AbichnitteB an- 

gedeutet (inc. JLl**« JLa*jt ^- OQ^al be*v. Jj;jwt ]A.il ^. uwQ^JlI), 

3 Codes. Syrlacus II. Syrische Pergamenthandschrift melkitischer 
Herkunft, wohl verschiedenerHande wesentlichgleichenAlters, enthaltend 
Dichtungen von bezw. unter dem Namen von Ephraem, Jakob von 
Serug und Isaak tod Antiochia, Syrische Originale in Prosa von 
Martyrios (Sahdona), Abraham von Nephtar, Jakob von 
Serug und Isaak vonNinive, Übersetzungen aus dem Griechischen 
von bezw. unter dem Namen von Johannes Klimakos, Severianue 
von Gabala und Johannes Chrysostomos, aus dem *A«ï)twgv 
des Pachomios und der „Expositio nominum hebraïcorum" des 
Epiphanios, dazu einige gl ei ch falie aus dem Griechischen übersetzte 
liturgische Stücke. Die Texte sind grossenteils noch unediert 
und mehrfach auch handschriftlich anderweitig nicht nach- 
weisbar. — 63 Bil. 257X170 cm zu 20 bis 25 Zeilen. Moderner 
Holzdeckelband mit Lederüberzug. Der Einband ahmt in stil- 
gerechter Weise alte Muster nach. — Vergl. die Abbildung auf 
Tafel III. 220000 

Die Handschrift beateht aas drei Bestandteilen: A. BI. 1—14: ein seines 
auaserslen Doppelblattes beraubter erster and ein als solcher nume- 
rierter zweiter Quaternio, B. BI. 15—40: die beiden inneren Doppelblatter 
einea (fünften) und die als solche numerierten Qaaternionen 6—8 schwer- 
lich ursprünglich derselben Handschrift, Wr. 8 am Ende ura zwei BI. 
verstümmelt, C. BJ. 41—63: einer Quaternionennumerierung entbehren- 
der Palimpsest, dessen Unterscbrift ein zweikolumniger Numeri-Text, 
nach der Pescbitta, gelegentlich fBI. 48 r°) mit roter Notierung einer litur- 
Kischen Lcsung am Rande, sichtlich noch erheblich alter ist als W, 
Wright, Catalogue of the Byriac raanuscripls in the British Museum, 
Taf. VII (vom J. 719) und selbst dem 6. Jalurh. entstammen könnte. 
Von diesen drei Bestandteilen ist der letzte durch die vom „Dienstag, 
den 6. Marz 1193" der Alexanderara datierte Subscriptio von Nr. 14 
(auf BI. 48 r°) ausdrücklich als die im J. 882 in einom Johanneskloster 
der Umgebung von Beirut enlstandene Arbeit eines Theodosi-os be- 
zaagt. Die beiden anderen müssten, fatls ein Allersunterschied bestehei] 
sollte, ©her noch als etwas alter gelten. 

1. Hl. 1 — 14. Abliandlung dea (ia der Ubarschrift als „Heiliger beseichnetenl 

urn die Mitto dea 7. Jahrha. zur Orthodoxie übergetretenen Neitorianera 
Martyrioa (Sahdona) „fiber die früheren Gerechten und Vator, In welchen 
Mitïien und Noten sie wundeltou, die früheren aowohl wie die spateren*, am 
Ende unvollitandig uud mit Lücke Tom Umfunge einei Blattes nach BI. 6. Inc. 
Ik*iw>, Uitl lua Vu>« II. 
Über den merk'wördigen Verfasser vgl. H. Goussen, Martyrios-Sahdonas 
Leben u. Werke. Leipzig 1897. A. Baumstark, Gefichichte d. syriscbeu 
Literatur, S. 221 f. Die Abhandlung iet nicht unter den von P. Bodjan, 
S. Martyrii, qui et Sahdona, quae supereunt omnia, Paris 1902, aus einer 
Handschrift der Universitalsbibliothek in Strassburg veröffentlichten 
Texten und acheint auch nicht zu den verlorenen Teilen des asketische» 
Hauptwerkes gehort zu haben, dem dort das meiste entstammt. Be- 
sonderes Interesse verleihen ihr Auaf ührumgen über die 
Apofetel Petrus, Johannes u. Jakobus, die auf die Literatur der 
apokryphen Apostelakten Bezug nehmen. 

2. BI. 15. 16. Ubersetzung des jambischen Pfingstkanons dos Johannes 
von Damaskus: 6e(w xaXu^O-els ó ppaSuyXwdaos Yvó<po>. Der Text 
ist von unschatzbarer Bedeu tung als das weitaus alteste. 
mintieatens ungefahr datieite Exemplar einer syrischen 
Ubersetzung by zantinischer Kirchem poesie und unterscheidet 
sich von der Masse ontsprechender jüngerer Texte stark durch das Streben 
nach möglichst wörtlicher Wiedergabe des Originals. 

t. BI. 17r n — 20r°. Habnschreiben dei „Monachoi" Jakob (von Sarug) mit 
Lttoke von 2 BU. ümfang nach BI. 18. Ine JU&13 (juwl) Jjo . Dai Stüok 
Hent hier In einem rund 850 bezw. 6U0 SS. alteren Èxemplare vor alg in 
den belden anderen daoilbe bietenden Hss. Vat. Syr. 126 (J. 1Ü23) XXI* und 
Berlfn 199 (flachan 111. J. 1878— !)> 6». 

4. BI. 20t<>— 27v°. Redo des „Monachos" Johannes (von Lykopolis) 
Qber Matth. ö. 2, vorliegond auch in den Hss. Brit- Mus. 573 (Add. 17. 
170) 40 a , 813 {Add. 14511) 7» und unvollstandig: 774 (Add. 12170, fol'. 
130/276). 20. 

Karl W. Hiersemann in Leipzig, Königstrasse 29. Katalog 500. 



Orientalische Manuskripte. 7 

M. Pf. 

Hber den Verfasser und dessen ausgedehnten, nar in syrischer Ubersetzung 
e rhaltenen Nachlaas, der noch völlig unediert iet, vgl. A. Baumstark a. 
a. O. S- 88 ff. 

5. BI. 27v°— 30r°. Kap. 1—3 des 'AaxïjTixóv des Pachomios, im gleichen 
syrjschcn Texte, hrBg. von P. Bedjan, Acta martyrum et Sanctorum 6, 
S. 122. 

G. BI. 30 v°— 34 1". Das Ober das Gebet handelnde 28. Kap. der KXtua? 
des Johannes Siuaïtes. Vgl. bezuglich der 6onstigen syrischen 
Textesuberlieferung dieses Werkes A. Baumstark a. a. O. S. 166, An- 
merkg. 1. Es folgen BI. 34 r°. v°. als Raumfüllsel drei bvzantinisoho 
Theotokia in syrischer Uberselzung. 

7. BI. 35 r u — 37 r". iïphrüni (flichor zu Unrecht; beigel eg ter Me mr» dei zwölf- 
silbigen Metrums über die Bohöpfung. Inc. A^Lvjj» <A. \J»li ,-* JjOo< ftU^aL. 
Pas Stlick iit auch unter den gonst iiberlieferlen Diohtnugeu Jakobs Ton 
Benig, au den als Verfasser Metrum und Stil weit eher detikeu liuüen, nicht 
nacbweisbar. 

6. BI. 37r u — 39r É '. Ablinndlunj- des Isaak (von Ninive) über die (Seelenknh», 
bei P. Bedjaa, Mar Iaaacus de perförtione religiosu. Pari* loop nicht 
ediert und auch h andschri ft llch bislange anderweitig nicht 
uachzuweiien. Ino. ,A. 1^.1 JjujI Vu«* ^»a».(?) <^»f *.«». 

9. BI. 39r0— 40r«. Toten-Memra Jakohs von Serug, hrag. von P. Bed- 
ian, Jacobi Sarugensis Homiliae selectae. Paria 1905 ff. 5, S. 781/4. 

10 B). 40r". v*. Blitok der „!tUgalionen u -Diohtungen £phraemi, nicht unUr 
dein einscblagigen ven Th. Laroy, 8. Ephraeroi Byri Lvmui et sermones. 
Mecheln 18S!tn\ 8. B. 1—139. 4. 8. 867—462 e dierten Matehal. Ino. ItOCw 

IJ. BI. 41 v°— 44 r°. Mahnschrift des altesten nestorianiachen Asketikers 
Abraham von Nephtar (6. Jahrh.): Assemani, Bibl. Or. 1, S. 464, 
Nr. ö. Über die sonstige handschriftliche Uberlioferung der uneist noch 
unedierten Schriften A.s vgl. A. Baumstark a. a- O. S. 131, Anmk. 0. 

12. BI. 44 r«. v°. Kurzes Exzerpt aus Epiphanios' „Exposiüo nominum 
hebraicorum". 

ia. BI. 44v°— 46v0. Johannes Chrysoslomos beigelegte „Erklarung der 

Mysteriën der Kirche", eine kurze Deutung der Gebrauche der Tanf- 

und eueharistischen Liturgie, hrsg. naeh dieser und einer weit j tingeren 

He. in Scharfah vom J. 1223/4 durch Ign. E. Rahmani, I fasti della cr.iesa 

palriarcale Antioehena. Rom 1920. S. X/XIII. 

H. BI. 46v. u — tSr". Anderweitig unbekanute» „xtf g^aiev" doi Soverianus 
von Gabala. Ino. Jr" t -"- v K,*»,'*» ^ i*lïi> *» J-a^ v**^*' • 

U> BI. 49 r'— BSr". Henara des Ia aak (von Antiochia) ttber die Demut: 
Asseman! Bibl. Or. 1 S. 234. Nr. 104, unter dem Namen Ephrami gedrnokt 
in einer nicht in die breitere Öffentlichkeit gedrungenen Auagabe neuen 
Ephram-Gutes dureb Ign. B. Bahmani. 2. 6. 69—66. Ino. j^\j*j J^wiola 
Llo**, 'Über die sonstige handschriftliche Überlieferuug des Stückes vgl. 
A. Baumstark a. a. O. S. 65 Anmk. 3. 

16. BI. 53 r0— 58 v°. Memra 1 Isaaks (von Antiochia) über Isaias: Assemani. 
Bibl. Or. 1, S. 222, Nr. 19, hrsg. von P. Bedjan, Homiliae S. Isaaci 
Syri Anliocheni. Paris 1903. S. 406/20. 

17. BI. 58v°— 69r<>. Nr. 4 der Tïschsegen-Memra Jakobs von Serug, 
hrsg. von P. Bedjan, Jacobi Sarugensis Homiliae selectae 4, S. 888/9:-). 
Es handelt sich um das einzige in einer europaischen Handschrift vor- 
liegeude Sttick dieser eigenartigen Dichtungen, deren vollstandige Reibe 
Bedjan nach Hss, in Beirut und Scharfah bieten konnte. 

18. BL BÖv." Ephrara beigolegtes Gebet im siebensilbigen Metrum und mit 
alphabetischer Akrostichis, unvollstandig und sonït unter den Werken lis. 
nicht nachxuweisen. Inc. |xu*i u^ ta i.O|^t. 

19. BI. 60r°— 6lr n . lliief des „Monsc)»os° Jakob (von Serug) au cinen l« 
freundeten Aak e ten, wiedernm hior in einem betracli tli ch al teren 
Excmplare vorliegend als in r.woi woiteren Hss.: Ut. Mus. 6J> 
(Add. 14637. 10. Jh.) 7*. Vat Sjr. 12« (J, 1-2-23) XXIII». Ine, M *«V^I e^fis. 

SO. BI. i-2r n . v*. Liturgisches Prosagobut aui' Weihnacbtan. Inc. Ji^joij JLaa^.. 

91. B). 62 v°. Bbensolcbes filr das Feit der Darstellung Jasu im Tempel. Inr. 
Jbjueue ^.Oaw v tX». Die beiden G eb e te ai ad bochjoterüssani 
als vorlaufip einzige Belege eiuer litnrgisoben Bildnng, di« 
auoh auf byzantinfscbem Boden sich iu der Bichtung der römisch abend- 
lrindischen collcctae anbahnta. Eine Osterberechnnng ina;ht als Kaumfilllsd 
don Sohlufl. 

Karl W. Hiersemann in Leipzig, Königstrasse 29. Katalog 500. 



8 Orientalische Manuakripte. 

M. Pf. 

4 Diehtusgen, liturgische. — Bruchstück e. griechischen Pergament- 
hand schrift des 12. Jahrhunderts, liturgische Dichtungen enth altend. 
7 Bil., 26 Zeilen. 25,5 X 20 cm. In schoner moderner Ganzieder- 
mappe. — Vergl. die Abbïlduhg auf Tafel IV. 26000 — 

Deutlich geschrieben; etwas fieckig. 

Der Text umfasst 2 Osterkanones, von denen der ersle mit d. bekannten, am 
Ostersonntag zu dauernder Verwendung gelanglen des Johannes v. Damas- 
kus identisch ist, eine vollstandige axoXouiHa für den die Vorfaetenzeit er- 
öffnenden Sonntag „des Zöllners u. Pharisaers" u. den Anfang e. solchen 
auf den folgenden Sonntag „des verlorenen Sohnes". In d. ersteren isl 
d. hier gebotene Kanon mit der axpoaTr/tg* csptótaToc £Ï? isXtóvïjv 
d|avo; (BI. & recto) der in den Druckausgaben vorliegenden end- 

5ültigen Gestalt des griechischen Ritus fremd. Nur 3 kehren 
ort von den tlbrigen 14 Liedstrophen dieser u. von den 10 erhaltenen der 
folgenden Liturgie wieder. Merkwürdigerweise folgen die Stücke nicht der 
Ordnung des Kirchenjahres nach aufeinander. Wahrscheinlich rühren die 
Blatter also nicht von eïner Jiturgischen, sondern vom Ende einer literari- 
schen Handschrift her. 
Das Stück ist von grosser Bedeutung für die Geschichte der melki- 
tischen Liturgie. 

5 Dogmatica, arabice. — Bruchstück einer arabisch-christlichen Perga- 
menthaüdschrift etwa des 11. Jahrhunderts. 17 BH, 22 Zeilen. 
27,5X20,4 cm. In schoner neuzeitlicher Ganzledermappe. 19000 - 

Dte eauber und deutlich geschriebene Handschrift umfasst den Schluss von 

Kap. 8, die Kapitel 9—12 u. den Anfang von Kap. 13 eines dogmatischer) 

Werkes. 
Die Schrift etellt eine erhebiich jüngere Weiterbildung der bei E. Tisserant, 

Specimina codicum orientallum (1914) auf Taf. 65 faksimilierten dar, sie 

ist auch eckiger und regelmassiger als diese. 
Am oberen Rand rechts slark fieckig mit etwas Textverlust. Kapitelfiber- 

schriften in roter Tinte. 

6 Epistolarium Syrlacum. — Lage von 4 Doppelblattern e. syrischen 
Pergamenthandschrift des 10. bis 11. Jahrhunderts: Schiuasteil eines 
Epistolars mit Peschittatext. 23 Zeilen. 25X17,5 cm. In Ganzleder- 
mappe. 28000 — 

Zur Schrift vgl. E. Tisserant, Specimina codicum orientalium (1914) Taf. 38a 
(v. J. 1041), nur ist die vorliegende Schrift otwas alter, slannnt also mög- 
licherweise -noch aus der letzten Ha] f te des 10. Jahrhunderts. 

Erhalten sind die Epistelperikopen vom 1. bis 20. Sonntag nach Pfingsten, die 
au ebenso vielen Sonntagen „nach dem Kreuzfeste" zur Wiederverwendung 
gelangen sollen. Das Perikopensystem deckt aïch mit keinem der 
bishe-r bekannt gewordenen des jakobïtischen, ebensowenig 
aber mit dem byzanlinischen des melkitischen Ritus. 

Die Handschrift ist am Rande etwas abgenutzt, das 1. Blatt mit Textverlust 
beschadigt. 

7 Eyangelia, quattuor, syriace. Syrische Handschrift auf impragniertem 
Papier v. J. 1906 d. Alexanderara (= 1594/95 n. Chr.) datiert. Enthalt 
die 4 Evangeliën nach d. Peschitta mit Perikopennotieruag nach d. 
jakobitischen Ritus. 167 Bil , 25 Zeilen. In Taschenformat (9X5 cm). 
In gleicfczeitigem Original-Sammetbd. mit ursprünglich farbigen, jetzt 
verblichenen Mustern. 8200 — 

Sehr gut erhaltene, ïn sehr sauberem u. sorgfaltigem Ser.to geschriebene Hand- 
schrift. Dem Texte voran geht die fnicht vollstandig ausgeführte) übliche 
tabellarische Zusammenatellung über d. liturgische Verwendung des Textes 
in roten Linienquadraten. Ein sich anschliessendes, eine ganze Soite f UI- 
lendes Flechtbandkreuz u. ït-förmige Ziermuster über d. Anfangen d. ein- 
zelnen Evangeliën slnd in Gold und Farben reich ausgeführt. Eine Linieu- 
bordüre in Rot u. Blau umrahmt jede Seite. Das Ganze stellt vermöge dor 
an moderne Diamantausgaben erinnernden Kleinheit des Formats ein Uni- 
kum dar. 

Laut Iatein. Notiz auf dem vorderen Blatt erwarb Prof. P. W. Neumann-Wiou 
die Handschrift 1877 aus dem Besitz des Graten v. Prokesch (gemeint ist 
Graf Anton v. Prokesch-Osten, u. a. 1867 österreich. Bolschafter in Kon- 
stantinopel), der sie aus dem Oriënt gebracht hatte. 

8 ETangoliarium syriacum. — Syrische Papierhandschrift in Estrangelö 
von ca. 1480. 168 Bil., da von 1 weisses. 19,5 X 12.5 cm. Holzdeckel 
m. Lederüberzug u. m. Nftgeln beschlagen. — Vergl. die Abbildung 
auf Tafel V. 20000 

Karl W. Hiersemann in Leipzig, Königstrasse 29. Katalog 500. 



Orientalische Manuskripte. 9 

M. Pf. 

Die prachtige, vorzüglich erhaltejie Handschrift eniliall den Text 
der 4 Evangeliën nacli der Peschitta u. ist von mehreren Handen in schönem 
Estrangeio auf satinierlem Papier geschricbon. An zahlreichen Stellen 
stehen am Rande u. über dem Text arabiische Glossen in zierlicher Schrift 
u. roter Tinle. Kapitelüberschriften cbenfalls in roter Tinte. Am Schluss 
(BI. 150 ff.) findet sich ein Verzeichnis der fttr die einzelnen Tage des 
Kirchenjahres ausgewahllcn Lektionen (Kapüel) aus den Evangeliën in roter 
a. -scliwarz(;r Tinte; auf d. letzten Seite ein arabischer Index in rot u. 
schwarz. Der Tiuxt is(. nicht vokalisiert, aber mit diakritischen ». Intcr- 
punktionszeichen ausgestattet. Die ersten ö BI. (Anfang des Mattliaus- 
evangeiiume) fehlen; vor dem Index (BI. 150) sind 2 BI. herausgerissen. 

9 E van geil star ium Sjriacum I. — Bruchstück von 5 Blln. e. syrischen 
Pergamenthandschrift des 11. Jahrhunderts, den Anfang e. EvangeListars 
nach melkitischem Kitus entbaltend. Zweispaltig. 22—23 Zeilen. 
23,5 X 19 cm. Moderne Ganzledermappe. 28000 - 

Zur Schrift vgl. E. Tisserant, Spocimina codicum orientaüum (1914), Taf. 36a 
(y. J. 1041) u. W. Wright XV (v. J. 1046). Schone saubere Handschrift in 
Rot and Schwarz. 

Der Tc.\t umfassl mit e. Flechtbandleisle in Rot u. Schwarz über dem Titel 
die samdich d. Joh.-Evangelium nach der Peschitta entnommenen Perikopen 
voni Ostersonntag bis zum Anfang derj enigen des Donnerstags der Oster- 
woche und vom Ende derjenigen des „Neuon Sonntags" bis zu derjenigen 
des zweilen Freitags nach Ostern. 

Das Bruchstück ist Palimpsest. Die untere Schrift dürfte z. T. unschwer niittels 
modernen Verfahrens zu entziffern sein. 

10 Evangelistarlnm Sjriaenm II, — 7 Bil. einer syriachen Pergament- 
handschrift des 11. Jahrhunderts: Bruchstücke eines Evangelistars nach 
melkitischem Ritus. Zweispaltijr. 25 Zin. 27X21 cm. Ganzldrmappe. 24000 - 

Zur Schrift vel. E. Tisserant, Specimina codicum orientalium (1914) Taf. OBa, 
aber die Schrift des vorliegendcn Bruchstücks ist etwas regelmassiger als 
die bei Tisserant faksimilierte. 

Erhalten sind die Porikopen für den lü. Sonntag u. den 17. Sonnabend nacli 
Pfiugsten (beide unvollstandig), den als „ersten" (namlich „des Lnkas") go- 
zahlten 18. Sonntag nach Pfingsten u. weiterhin je für Sonntag u. Sonn- 
abend bei einschliesslich des „achten". Zugrunde liegt der Peschittafcext. 

Das Bruchstück ist von grosser Bedeutung für die Entwicklungsgeschichte der 
melkitischen Liturgie. 

11 ttebetsrolle, armenische, aus dem XVII. Jahrh. 4,86 m lang, 8 cm breit, 
auf starkem glatten Papier, in sehr zierlicher schwarzer u. roter Schrift 
mit 17 Hauptbildern u. einer Anzahl kleinerer Medaillonbilder in Farben, 
Gold u. Silber. Ausgeführt i. J. 1125 der Armenier = 1676 n. Chr. — 
Vergl. die Abbildung auf Tafel XX und Titelbild. 5000 — 

Der Text, der in grosseren Partien nach Schönheitsrücksichten zwischen die 
Bilder-Serien verteilt ist, manchmal auch die Medaillonform der bezllglichen 
Bilder iannimmt, beginnt mit einem Gebet des Patriarchen Narses; dann 
Gebete zur Maria, St. Stephanos, St. Georg dem Erleachter, St. Johannes 
dem Evangelisten; allgemeine Gebete; solche zu den Schutzengelu Gabriel, 
Michael usw., zu St. Georg u. St. Sergius. Dazwischen „die Versnchung 
unseres heil. Vaters Abraham", dann Gebet zum Erlöser J. Chr. — Am 
Schlusse das Datum u. Vaterunser. Unter dem Crucifixus Gebet wegen dei- 
Bande der Damonen. 

Hilder. 1. Gott = Sobn (?) mit Buch, ohne Kreuz. 3. Adam u. Eva. 3. Ver- 
kündigung Maria. 4. Anbetung der 3 Könige. 5. In grösserem Masatab: 
Heiliger Bisehof, von Engeln mit der Mitra beklcidet (Gregor?). 6. Ober- 
gabe de8 Christkindes an den Priester. 7. Maria mit dem Kinde, 8. Kreu- 
zigungsbild. 9—12. Grosse Medaillonbilder (Propheten, dazwischen Gott- 
vater). 13. Transfiguration : Keich, woraus sich das Christuskind erhebt. 
14. Opferung Jsaaks. bemerkenswert wegen der Komposition. 15. Grosso 
Engelsfigur. Dann 12 kleine Medaillonbilder (Apostel), 16. St. Georg zu 
Pferde den Drechen besiegend, gute Gruppe. 17. St. Sergius. 18. Christus, 
cinen Teufel verbannend. 

Eine so stattliche Bilderreihe ware bei dclikatcr Ausführung unsehatzbar. Aber 
anch diose Arbeiten bewahren noch immer eine unverachtliche Tradition, 
speziell im Reprasenlativen der Einzel-Persönliehkeiten, in den ausserst lehr- 
reichen Trachten, den Gesichtstypen und der Farbengebung, auch in den 
archilektonischen, sehr interessanten Hinlergrtinden der Bildszenen. Die 
Nïmben, Kopfbedeckungen u. a. aind in Gold oder Silber ausgeführt. Etne 
Partie ist netzftfrmig mit diagonal laufenden Schriftzeilen dekoriert. 

1 2 Gregorlus Illnminator, vita arabice. — Aus 3 Doppelblftttern bestehendes 
Bruchstück einer arabisch-christlichen Pergamentnandschrift d. 11. Jahr- 
hunderts. 19 Zeilen. 22,5X10 cm. Ganzledermappe. 16000 — 

Karl W. Hiersemann in Leipzig, KÖnigstrasse 29. Katalog 500. 



1G Örientalieche Manuskripte. 

M. Pf. 

Die sauber gcschriebene Handschrift (zur Schrift vgl. I-... Tisserant, Specimina 
codicum orientalium [1914] Taf. 54) enthalt in der Hauptaache eine (unvoll- 
standige) Geschichte des Armenierapos telt* Gregor des Erleuch- 
tjers In arab. Übcrsetzung. Sie weicht von dor ira jakobltischen Markus- 
kloster in Jerusalem erhaltenen Handschrift ab (vgl. Oriens Christianus, 
Neue Serie 1, 320 f.) Nur ein BruchstUck einos arabische.n Textcs Über G. 
iet bishor durch N. Marr in den Zapiöki VoBtoshn. Ordèlenija Imper. Rtissk. 
Arkheol. Obstishienwa 16 (1406) 66—148 publiziert. 

13 Handschrift, Altsiamesische, religiöse. Mit 8 farbigen Miniaturen aus 
der Mitte des 17. Jahrh. in Form eines Leporello-Albums, beiderseitig 
beechrieben. Il 1 /, : 64 cm. In altera Ledereinband. Sehr interessante, 
wertvolle Handschrift, ftusserst selten. 18500 — 

14 Heiligenleben in arabischer Spraohe. Arabische Handschrift des 
10. Jahrhs. auf impragniertem Papier in originalem Ledereinband 
ober Holzdeckeln, zu Anfang und ïm Iniiern defekt. Texte hagio- 
graphischen und monastiBch-asketischen ïnhaltes; dazwischen Über- 
setzungen von Mëmrë Ephr&ms bzw. unter dessen Namen und Jakobs 
von Serug. Auch im übrigen handelt es sich mindestens teilweise 
urn Übersetzungen aus dem Syrischen. 185 Bil. 0,207X0*148 cm. 
16 bis 18 Zeilen. Originallederband. — Vergl. die Abbildung auf 
Tafel VI. 140000 — 

Die Bi. 1—13 Bind das zu Anfang unvollslandige Endsttick ursprünglich 
einer Handschrift odcr einee Handschriftenabschnitles, BI. 14—36 ein 
gleichfalls za Anfang unvollstandiges BruchstUck. BI. 37 wird als ur- 
sprüngticher Handschriftanfaiig durch die Anfangsziffer fciner Quinter- 
nionenzahlung erwiesen. Auf BI. 37r°— 169r° erstrcckt sich ein Inhalts- 
verzeichnis auf dem zeitweilig an den hin teren, Einbanddeckel angeklebl 
gewesenen BI. 185, das schon vor VoJleudung der Handschrift geschrieben 
worden sein muss, da es statt der latsachlich von BI. 159 v* folgenden 
Texte einen solchcn der Büchcr der Richter und Samuel als — ur- 
«prünglich beabsichtigten — lelzten Bestandteil der Handschrift nennt. 
Diese ist in ihrem Hauptlcile eincrseits jünger als das Zeitalter HaruJi 
er-Raschfds (786—602). Dass jencr Hauptteil anderersei fcs vor dom 
Ende des. 10. Jahrh. entstanden sein muss, verbürgon die 
BI. 183v°— 184v° rullenden Eintragungcn ciner flUchtigen 
fungeren Hand: Geburtstage von Personen aus den J. 3ir> 
bis 377 und Dal.^n des Fas tenanfangs und des Osterfestes 
aus don J. 376—378 und 400—420 der Hedschra. Die bei den leu- 
teren gebrauchten koptischen Monalsnamen erh'èrten Herkunft au? 
Agypton. Die Schrift ist pal&ographisch dieselbe auf BI. 1—36 und 31 
bis 185 und anecheinend etwas jünger als E. Tisserant, Specimina codi- 
cum orientalium, Taf. 54 (vom J. 885). Die Handschrift nimtnt 
nach Alter und ReicbUim ihres ïnhaltes oi-ne h erv-urriagondc; 
Stellttng ein. 

1. BI. Ir — 13 r°. Asketische Belehrungeu des Anba Musa (einmal auch: 
MoyBes) r, A. in Form von Gesprachen mit einem Germanos durch einen 
in der ersten Pcrson redenden Ohronzeugen reforiert, zu Anfang un- 
vollstandig. 

2. BI. 14 r°— 27 r°. Marlyrium des Persers Anatolios, gest. unter Dioklctian 
am 6. Januar. zu Anfang unvollstaudig. Von di^sein hagiographi- 
schjen Stück war bieher nur das Fragment einee koptischen 
Texltes bekannl, hrsg. von Balleströ CSCO. Script. Copt. 1, S. 24 
bis 33. 

i BI, ü7r°— 29 r n . Anonyme monastlach-BBketiBohe Paraneae. Inc. «JUul 
4JJI 



4. BI. 29 r«— 51 v\ Geschichte eines Presbyters in der Zeit de* „Araberkönigi 

Hftiohim". Inc. ésï * * *. ^j*^ <m y**^r***^ £)L**ol ^^. 

5. BI. ölv°— 33 r B . Erzüblung aus der Zeit Papst Gregor» d. Gr. beztiglicn drt 

Reliquien dei Apo&telfürslon Tetrua in Eom. Inc. ^j*5*.)5**. t* \ C^*J Ó> 

'■. Jïl. 83^—30^. Erzahlung über Daniël, don Sohülor dea hl. Araenioa. (Inc. 

^U^M J^ji-<iJ\ J (j^^k-JLni'i) \ ^y* «J^JlÏ ^* Jju> Uil), 

«ntaprechend dem von F. Nau Rev. de 1'Or. Chrétien 5, S. r.Dl — 401 Ter- 
üffentlicliten ayrlachen Text, 

Karl W. Hiersemanu in Leipzig, Königstrasse 29. Katalog 500. 



Orientalische Manuskripte. U 

M. Pt. 

7. BI. 37*0— 4y r o. Arabische Übersetzung der von W. Wright, Apoeryphai 
Acts of the Apostels. London 1871. 1 S. 74/79 herausgegebenen syrischen 
Akten des Apostels Philippos „in Karthagena, welches Azotos isf', 
bisiher völlig unbekannt und nicht zu verwechseln mit den von A. 
Smith Lewis, Horae Scraiticae S, 61/55 edierten arabischen Philippos- 
akten. 

ü. BI. 49 v°— 57 v°. Übersetzung eines im Original mehrfach irrigerweise 
Ephraem beigelegten Merara im siebensilbigen Metrum über die Trans- 
lation der Gebeine des agyptischen Josepn nach Konstantinopel unler 
Kaiser Honorius. Über das Original und dessen handschriftliche Über- 
lieferung vgl. A. Baumstark, Geschichte der syrischen Literatur S. 48, 
Anmk. 10. 

9. BI. 67 v*— 78t°. Überaetzung dreier Dicbtunt?en Jakobe von 8 e rti ga) über 

Abraham und die Verkiiiifiigung der Geburt Ja aalt • und die Zeutöruug 

Sodomaa (BI. 57T — 62 t". Inc. llr * j^S CUlki JJ> j-ÜXJ\ <~***+ *•?. 
(Jytt £)\ ^^J^\i ,jL**), b) über Abraham und Bara tn Agypten 
(BI. 63 r«— 67 y*. Inc. ^^-JiiU-Jl £rf ^jxJÖwV^oJl <—J>^, *Ü\ <Jjf, ^ ), 
c) über dat Opfer Lsaaks (BI. 67v°-78y", im Original bgeg. Ton P. Bodjau, 
Homillae aelectae Mar-Jacobi Barugenaie 4, B. 01— 10S). Im Gegenaatze zu 
dem dritten eind die beiden ar sten Gedicht* nach Auaweie dei erachöp 1 end mi 
Zuaammenatellung von A. Baumatark a. a. O. S. 160— 167 in der hand- 
Bohriftlichen Originaltiberlieferung too Werken Jakobe von 
öerug nicht rertreten, io da& die arabiioben Über eetzun gen 
hier direkt uniere Kenntmia seinea poetiaohen Naohlaseea 
in höchet willkommenei "Weiee ergönzen. 

10. Bi. 78 t' — B0V*. Bezioht in Briefform Über einen angeblioh in Jeruaalem unter s 
Kaleer Markianoe im J. 761 der Griechen (449/50) gemachten Fund tou 

Kletdem Chriati. Inc. O^/i jJ\ ^***-5*> *^ ^-4^ ^\> l*ü ^t. 

11. BI. 8lr°~89r°. Gecobichte der EYaogeliumeTerküadigung in Emeea durcb 

einen angeblicben Herrenschülar CbreBimoa(P). Ine. J-^r^ ^^* CJ^ 

12. BJ. 90 r°— 99vO. Legende der hl. Euphrosyne in einem von dem in der 
Karechuni-Handschnft, Berlin 112 (Sachau 100) 6<J vorliegenden ver 
schiedenen Texte, der Wiedergabe des durch P. Bedjan, Acta raartyrum 
et sanctorum 5, S. 388/406 berausgegebenen syrischen. 

13. BI. IOOt 6 — llör'. Überaeiz.anfl; einea im unl.n'ka nnte n ayriscben Origi- 
nal e EphrSm beigelegtun d. h. im slebenjülbigen Metrum abgefaAten Mantra 
,,über die Wundai" eines „ehrwiirdigeu Palladio» im Zeitalter Kaiser 

Juminiane". Inc. jU^M\ q-* r?*"* O*"^ ^W 5 **^ C?" 1 " ^ ^ 

H. BI. llflr — 122r° Geachichte oinea Metropoliton Joliannea tod Edesaa untev 
rtem Khaliren Hauin er-Raschid. Inc. -^Lacv-O *J ^Jlib ^>^t^ <J^; 
UJM) s\ )% X\ ^U JU t -^. ..-..., 

15. BI. 18ffv«— 134t*. Martyrium des Philolheos und seiner Genossen in Sa- 
mosata, inicbt streng wörtliche Wiedergabo des syrischen Textes bei 
Assemani, Acta Sanctorum Oriental. et Occidental. 2 S. 124—147 bezw. 
P. Bedjan, Acta martyrum et sanctorum 4 S. 88—116. 

ie. BI. 134r°— OTv°. Athanasioa beigclegtea Btlick über dat Leben Melchiaedeke. 

17. BI. 137 v°— Hl v°. Martyrium des Evangelisten Markus, hrsg. von A. 
Smith Lewis, Horae Semiticae 3 S. 126/129. 

18. BI. 142r°— I49r°. Übersetzung einer Dichtunp Jakobs von Serug 
über den Tod des Moses, deren syrisches Original in den Handschriften 
Vat. Syr. 114. lo un d 117. Öio voriiegt. Vgl. A. Baumstark a. a. O. 
S. 161, Anmk. 5. 

19. BI. 149i fl — lG9 % r°. Geschichte eines Kaufrüanns Tbeodoroa aua Konatantinopal 
(Inc. ^j&j>}Ks ^J ^JliÖ óJ-*Jb~.*.ï}\ { Jjt\ ^yo JJ*!*^ Ó^J *-*** ^^* 
«VjJ\ bLó^ ^JJA. £ &,y"> i~~*JbS3*\ £y»*A.) erhalten aucb in der 
Pariaer Ha. Bibl. Nat. Arab. 276. 2°.' 

30. BI. 169t°— 163r°. Übersetzung einer Dicbtung fnnter dem Namen?) Ephrüma 
über die Tronnung der Seele rom Leibe. Ino. l^J \ «-iL^e ,_J->kj\ 

21 BI- ltjSv 8 - 107r°. Marlyrium des hl. Abd el-Mesich, Oberen des Binai-Kloatera 

lQ ° cr? ux"^ o-? s^j ^ J 1 ^. cAr^ J**> cs* J^-j o^ 
Kftrl W. Hiersenmnn in Leipzig, Königstrasse 29. Katalog 500. 



12 Orientalische Manuskripte. 

>l. Pf. 

!». BI. 117 r*— 175 t». Zwei ParlLaeteii dei Ib*Ub tos Skete. Imo. £>1 

23. BI, 176t*— l83r*. Geicbiohte „das Juden Joseph, der »n unteren Herrn und 
Gott Jetua Ghriitui, d*n Boböpfer aller Ding», glaubte". Ino. — ^iX»-^ 

Mit einer einzigon Ausnahme sind dieae verhttltnismiissig 
sehr alten christlich-arabische<n Texte noch ungedruckl. 
In der erdrückenden Mehrzahl dürften sie auch hand- 
schriftlïch nur hier Uberiiefert sein. 

15 Heiligenlegenden, christliche, in arabischer Sprache. — Arabische Per- 

§amenthandschrift d. 10. Jahrhunderts. 50 BIL, 18 Zeilen. 21,5 X 17 cm, 
avon 7 zwischeneingebundene Blfttter auf impragniertem Papier 
kleineren Formata zu 15—16 Zeilen. M. 2 vorgebundenen Pergament- 
blattern. Von dem ursprünglichen Einband ist der vordere Holzdeckel 
m. Pergamentüberzng nnd Metallbuckeln erhalten. In geschmackvoller, 
moderner Kassette. — Vergl. die Abbildung auf Tafel VIL 90000 — 

DeutHcbe Handschrift in Schwarz u. Rot. Zur Schrift vgl. E. Tfsserant, Spe- 
cimina codicum orienfalium (1914) Taf. 55. 

Auf BI. la, 2b ein 22 NTrn. umfassendes Verzeichnis dos ursprünglichen In 
halts. Erhalten ist der Text der Schrift vom Entschlafen der allerseligsteit 
Jungfrau in 6 BUchern und d. Anfang einer Kreuzauffindungslegende. Aul' 
den zwischeneingebundenen 7 Papierbl&ttern befindet sich, von anderei 
Hand geschrieben, ein Text der Legende der Heiligen Kyros u. Jóhannes. 
Die beiden vorgebundenen Pergamentblatter entstammen einer anderen 
chrietlich-arabischei) Handschrift (zur Schrift dieser beiden Blattor vgl. E. 
Tisserant, op. cit., Taf. 54.) 

16 Heiligenlegenden, christliche, in arabischer Sprache. — Arabigch-chrat- 
liche Pergamenthandschrift etwa des 12. Jahrhunderts, vorwiegend ha- 
giographischen Inhalte. 117 BIL. 16-19 Zeilen. 22X18 cm. Neu- 
zeitlicher, aber stilgemaaser Holzdeckelband im alten Stil. — Vergl. 

die Abbildung auf Tafel VIII. 290000 - 

Deutliche Schrift in Rot und Schwarz. (Vgl. E. Tissorant, Specimina codicum 
orientalium (1914), Tab. ó4: Wir hoben bei der vorliegenden Handschrift 
eine Weiterbildung der dort faksimüierlen Schrift, die hier aber regelmassi- 
ger und weniger steif erscheint. Der Inhalt ist folgender: 

131. la— 23a. Taten u. Wunder des Apostels Thomas; zu Anfang und am Ende 
unvollstandig, nicht zu verwechseln mit der durch A. S. Lewis, Horae Se 
mitlca 3, 87—78 (4, 80—93) edierten „Predigt des Thomas", sondern Bruoh 
stück eines arabischen Textes der alten, durch manichftische Verratttlung 
auf eine buddhistische Grondlage zurtickgehenden Thomasakten, entsprechend 
Acta Thomae ed. M. Bonnet (Leipzig 1883) 16, Z. 6—47, Z. 7 des griechi- 
schen und W. Wright, Apocryphal Acts of the Apostles 1, 188— 23ö (2, 
161—204) des syriscnen Textes. Das Htinzutreten dieses drittesn, 
den beiden anderen gegentiber gleichmftssïg durchaus soïne 
eigenen Woge gehouden Textes ist für die Uberliefcrungsge- 
schichte djeses hochwicli tigen altchrietlichen Literatur- 
denkmals von der aller weitgreif endsten Bedetutung. 

BI. 23a— 30b. Geschichte des hl. Georg, versehieden von dem durch 
Cheikho, AI-Machriq 10, 414—20 veröffentlichten arabischen Text. 

BI. 30b— 36b. Geschichte des hl. Theodoros Stratelates, von welcher 
Hengstenberg einen arabischen Text überhaupt nicht kennt 
(s. Oriens Christianus, Neue Serie 2, 249—58). 

BI. 36b— 43a. Geschichte des hl. Eustathios u. seiner Familie (Placidas-Legende; 

BI. 43a— 49a. Geschichte des hl. Christophoros. 

BI. 49a— 65a. Rede (Mëmra) des hl. Ephram Über d. Propheten Elias, ver- 
schieten von der griechisch bei S. J. Mercati, S. Ephraemi 
Syri opera I (Rom 1915) 201—23 gedruckten. 

BI. 66a~94b. Eim arabischer Text des Buchc-s Hiob, der sowohl 
von dem dureh W. v. Baudisein, Tranalationis antiquae ara- 
btcae libri Johi quae supersunt nunc primum edita (Lpz. 1870) 
als von den beiden bei Lagarde, Psalterium, Job, Pröverbia 
arabice (GOU. 1876) veröffentlichten abweicht, mit Resten einer 
lilorgiegeschichtlich ibedeutsamen Perikopennotierung. 

Karl W. Hiersemann in Leipzig, Königstrasse 29. Katalog 500. 



Orientalische Manuskripte. 13 

M. Pf. 

BI. 94b— 104a. Rede (Mëmra) des hi. Epbram über tl. Wettende, enlsprechend 
dem griechischen Texte der Editio Komana Gr. -Lat. 2, 222—230. 

BI. 104b— 117 b. Kyrillos v. Skythopolis, Biographie des hl. Euthymios Knp. 
1—15: wie die Schreibung „Euphimios" für den Namen des Helden lehrt, 
zu der namlichen TTbersetzung gehorend, von dor ein mit dem Scbluss von 
Kap. 27 einsetzender unvollstandiger Text in der He. Tischendorf 2 dor 
Leipzigpr Uni v<;rsi tatsbibliothck vorlicgt. (Vgl. G. Graf, die 
chmtl.-arab. Litcratur bis z. frankischen Zeit, 14 f. 

Die Anwesenheit des Ictztcn Stllckes legt die Vermutung nahe, dass e3 sicb In 
diesier Handschrift durchweg urn Reste alteBter gricchiach- 
arabischer Obereetzungsliteratur palastinensischer Herkunft 
handle. Dicae würde dnmit naturgemass eine ganz hervor- 
ragende Bedeutung gewinnen. 

1 7 UeiUgenlegenden, christliche, in arabischer Sprache. — Arabische Papier- 
handschrift des 15. Jahrh. hagiographischen Inhalts. 159 BH., 8—11 
Zeilen. 12,5X9 cm. Vom Einbande ist der vordere Holzdeckel mit 
Lederüberzue erh alten. In moderner geschmackvoller Kassette. 6200 — 

Junge flüchügc Schrift ohne alle Vokale und vielfach ohne diakritlsche Pankte. 

Der sehr reichhaltige Text umfasst eine (zu Anfang nnvollstandige) Geschichte 
Josephs, des Vaters Jesu, apokryphe Briefe des „HerrenbruderB" JakobuB 
u. Simeorw, des Sohnee des Kleopas, dio Martyrien des Menas, Jakobus 

d. Zerscbnittenen, Sergius und Bakchus, die ArcheJides-Legende u. eincn 
Bericht über d. Martyrium der makkab&ischen Brllder u. ihrer Brüder. 

Etwas wasserfleckig; einige wenige BI. eingerissen. Am Anfang fehlen ein 
paar BI. 

18 Hohelledf das. — Bruchstück von 3 Doppelbl&ttern e. svriaohen Perga- 
menthandschrift von ca. 900 p. Ohr. zweispaltig. 28—29 Zeilen. 25 X 17 cm. 
In schoner Ganzledermappe. — Vergleiche die Abbildung auf 
Tafel IX. 35000 

Die Schrift, ein echöne» Est range lo, ist etwas flüchtiger und wohl jünger als 
die bei E. Tisserant, Speeimina codicum orienlalium (1914) auf Taf. 85 tak- 
sim ilierte, die vom J. 869 stammt. 

Die Handschrift enthielt ursprünglicb wie dio römische Vat. Syr. 106 die syr. 
UberBetzung der Homilien Gregors v. Nyssa über das Hohe Lied mit vor- 
angestelltem Peschittatoxt. Das vorliegende Fragment enthalt den Taxi 
des Hohen Liedes -vwn 3, 10 an, den Brief eines Unbefcannten, durch den 
der syrische Übersetzer zu s. Arbeit angcregt wurde u. (unvollBtandig) desBcn 
Antwort, die als Vorwort vorausgeschickt ist. 

Sehr sauber geschriebene n. recht gut erhaltene Handschrift. 

Das Ms. macht aas sachlichen Gründen ganz den Eindruck, einem Schwester- 
kodex von Vat. Syr. 106 zn entstammen, welche Hs. im Jahre 932 in Asicn 
für das Muttergotteskloster der Syrer in der sketischen Wüste angekauft 
fod. gefertigt?) wurde. Das Bruchstück wirklich nuch zeitlich recht nahe an 
Tisserant Taf. 2ö (vom J. 869) heranzurltcken, scheint deshalb nicht gewagt. 

18&Hymnarlum armeniace (Scharakan) für das ganze Jahr in 10 Teileo. 
Armenische Handschrift auf Papier aus d. Anfange des 17. Jahrh. l'i. 
(12 X 9 cm.) 328 BH. Holzlederband m. Blindpressungen. 5800 — 

Interessante Handschrift in einer zierlichen sehr gut lesbaren Schrift, 23 Zeilen 
auf der Seite. Zahlreiche Seiben sind geechmUckt mit origlnellen Ornamen- 
ten n. Portrats von Heiligen in Miniaturmalerei, ausBerdem enthalt die ils, 
3 halbblattgrosse Miniaturen (Maria mit d. Kinde — Die heilige Familie — 
Adam u. Eva), von denen die erste etwas beschadigt ist, und zahlreiche Zier- 
leisten am Anfange der einzelnen Kapitel. Die Sammlung könnte auch noch 
etwas früheren Ürsprungs sein, denn sie enthalt die Hymne des Kyriakos 
von Ersuka (Arewelkh gerarphin) an die Jungfrau, doch Bcheint die Hand- 
schrift aus der 2. Periode der armenischen Literatur zu stammen. 

Textlich sowohl ais auch durch die Malereien hochinteressante und für ein 
Hymnarium wohlerhaltene Handschrift. 

19 Joanne» Chrysofttomns, Homilien. — Syrische Pergamenthandschrift 
in Estrangelö von ca. 1300. 103 Bil., grösstenteils zweispaltig. 24X16 cm. 
Holzdeckel m. Lederüberzug; Rücken etwas beschadigt. — Vergl. die 
Abbildunsr auf Tafel X. 26000 -- 

Die sehr deutliche und schone von mindeslens 2 Abschreibern herrührende Schrift 
enthalt eine aus dem Griechischen übersetzte Sammlung von Homilien des 
hl. Johanncs Chrysostomus, u. a. über die Geburt Christi, die 10 Jung- 
frauen, das Kreuz, Adam u. Eva. Der Text ist unpunktiert, aber mit dia- 
kritiseben u. Interpunktionszeiehen verseben. Kapitel überschrif ten in roter 
Tinte. Die BI. 33 v, 47 r, 70 v, 71 r enthalten auf dem oberen Rande (nur 
bis auf wenige Worte noch) leabare griechische AufBchriften. BI. 79 ist zur 
Half te ohne Textverlust weggeschnitten. Herkunft der Handschrift wohl aus 

e. syrischen Kloster in Nordmesopotamien. 

Karl JV. Hiersemann in Leipzig, Königstrasse 29. Katalog 500. 



14 Orientalische Manuskripte. 

m. pr. 

BI. 79—94 u. BI. 103 isl Pa li|mpsesl, was besunders deutlich auf BI. 85 r. 
u. v. zu sehe» isl. i.vine Enlzifferung der Unterschrifl witrc z. gr. T. mit 
Hilfe d. modernen photomechanischen Technik moglich. 

20 fianones. Syrische Pergamenthandschrift wohl des 11. Jahrhs., im Ori- 
ginaleinband (Leder über Hólzdeckeln) mit geringfügigen Blattverlusten 
am Anfang im Innern und am En de: eine melkitische sog. Pa- 
raklitiki. — 226 Bil. 0,175X0,125, von welchen die beiden letzten 
unbeschrieben geblieben sind, zu 18 bis 22 Zeilen. Originalleder- 
band. — Vergl. die Abbildung auf Tafel XI. 145000 - 

Die Handschrift besteht aus numerierten Quaternionen. Zu Anfang fehlen zwei 
BI. Das letzte BI. Text ist auegeschnilten. Hinter BI. 54 und 90 ist je cin 
BI. verloren gegangen. Sonst isl die Handschrift wunderbar erhalten. Die 
*chr schone Schrift ist altertümlich er als alle Proben melki- 
lischor Handschriften in edeseeniBchem Syrisch bei E. Tissc- 
ranl, Specimina codicum orientalium und \V. Wright, Catalogue of syriao 
iiianuecripts in the Brilish Museum. Der in der Handschrift gebotene ütur 
tfischo Text umfasst 8 nach den Kirchentönen geordnete Heihen von Kano- 
nes auf die Wochenlage von Montag bis Samstag: jeweilig für Dienstag bi>- 
Donnerstag der Reihe nach zu Ehren Johannes des Tftufers, der Muller 
Gottes und der Apostel, für Montag und Freitag je einen Doppelkanon der 
Busse und zu Ehren der Engel bezw. uber die Passion und zu Ehren der 
Martyrer, sowie für Samstag einen Totenkanon. Der Text selzt in dor 
dritten Ode der Montagskanones des ersten Kircheu ternes ein und bricht in 
der sechston Ode des Samstagskanons des achten ab. Die Textverluste int 
Inneren betreffen die Freitagskanones des zweiten, den Samstagskanon des 
dritten und die Montagskanones des vierten Tones. Die s&mtïichen Mitt- 
wochekanones mit Ausnahme desjenigen des eraten, die Busskanones der 
Montage des dritten und des fünften bis achten und die doppelten Freitags- 
kanones des ersten und sechsten Tones sind ObereetzungeD griechischer 
Dichtungen, welene den Druckausgaben, d. h. dor byzantiniechen Normal- 
form der griechischen Parakliüki fremd sind. Nach Aufbau des Inhaltes 
und Textebestand im einzelnen hat die Handschrift nur drei he- 
kannte Sch western an 418 (Add. 21031) des British Musoum vom J. 
1213, der Berliner Nr. 307 (Sachau 42 vom Ende defl lö. Jahrh.) und Val. 
Syr. 76 in Rom vom J. 1554. Ihnen allen an Alter wesentlich über- 
Jegen, nimmt sie nicht hut innerbalb dieser kleinen Gruppo. 
die schlechthin führende, sondern eine ganz hervorragende 
Stollung unter den Denkm&lern syrisch-melkitisch er Kirchen- 
dichtung überhaupt ein. 

Sio ist endlich ihrem ganzen Umfange nach Palimpsest. Die zweikolumnige 
untete Schrift elwa des 9. Jahrh. lasst mit Sicherheit einen medizi- 
nisclnen Text erkennen, der bei seinem grossen Umfange von der höch- 
sten Bedeutung sein würde, da im Gegensalze zu der Slellung, welcho 
die Syrer in der Geschichte der mittelalterlichen Medizin einnehmen, die 
Zahl dor erhaltenen medizinischen Texte in syrischer Sprac.h* 1 
eine verhal tniemassig sehr kleine ist. Eine Wiederffewinnung mindestens 
auagedehnter Teilo desselben liegt im Bereiche der Möglichkeit. 

21 KLmchl, David, Sepher ha-schoraschim (Wurzelwörterbuch). Sehr sauber 
geschriebene, anscheinend v. verschied. Abschreibern herrührende Pa- 
pier- u. Pergamenthandschrift aus d. Mitte d. 15. Jahrh. des berühmten 
Lezikons v. David Kimchi. 262 BI. (davon 42 BI. Pgmt; auf je 11 BI. 
Papier folgen 2 BI. Pgmt.). 4. Halblederband. 9000 — 

Die Handschr. bricht b. Wort samach ab. Es fehlt e. T. d. Wörter unter sin 
u. ganz taw. In Rabbinerechrift. Tw. v^rkehrt gebundon. Am Rande etwas 
wasserfleckig, sonst gut erhalten. 

22 Xonxllgkanones. — Arab.-christl. Handschrift des 14. Jahrhs. kanoni- 
Btischen Inhalts auf impragniertem Papier. 81 Bil., ca. 17 Zeilen. 
21,5 X 15 cm. In neuzeitlichem ornamentiertem Ganzlederband mit 
Klappe nach orientalischem Muster. — Vergl. die Abbildung auf 
Tafel XII. 18000 - 

Schönes, sauber und deutlich geschriebenes Mannskript in Schwarz und Rot m. 
einigen Randbemerkungeu. Zur Schrift vgl. E. Tisserant, Specimina codicum 
orientalium (1914) Taf. 58, die das Faksimile einer Stetle aus d. Neuon 
Testament in arab. Sprache zeigt (v. J. 1348). 

Dor Text umfasst die Konzilsfcanones dei' 2. Synode in Trullo des 
2. allgemeinen Konzils von Nicaea u. der konstantinopolitan. Synode sub 
Menna, durchweg Stück'e, die in arabischer Hborsetzuns: und melkitischer 
Überlieferung sellen vorkommen. 

Zwischen BI. 3 und 4 ist 1 BI. horausgeschnitten. 

Karl AV. Hierseniaiin in Leipzig, Königntrasse 29. Katalog 500, 



Orientalische Manuskripte. 15 

M. Pf 

23 Koran. Arabische Handschrift auf impragniert. Papier von Abdul Ke- 
dir 1068 nach d. Hedschra (= 1690 p. Ohr.) geschrieben. K1.-8. 395 

Bil., davon 7 Bil. leer. Originallederband, d. Zeit. 900 — 

Schone, saubere Handschrift sehr kleinen Formats. Der Schriftspi egel missl 
5,8X3,1 cm u. fasst 17 Zeilen. Jede Seite ist von roten. Linien eingerahmt. 
Die Titel der Suren u. deren Eingangsworte sind in etwas grösserer roler 
Schrift wiedergcgebcn, ebenso die Abschnitte am Rande. Der Haupttitel 
nuf BI. 6 b n. BI. 7 a ist von hübschen Ornamenten in Rot u. Schwarz um- 
gcben. Der typisch orientalische Einbd. mit übergroifender dreieckiger Klapp* 1 
11. Blindpressung weist Spuren früherer Vergoldung auf. Er ist etwas be- 
schadigt. Unter- u. Seitenschnitt sowie die letzten BI. sind teilweise etwas 
siockfleckig. Sonst ist die Handschrift gut erhalten u. in ihrer Zierlichkeit 
und Kleinheit von grossem Reiz. 

24 Koranhandschrift. Arabische Papierhandschrift in originalem Leder- 
band mit schoner Pressung, jedenfalle — wohl betrachtlich — alter 
als die in lateiniachen Eigentumsvermerken genannten Jahre 1725 und 
1726, nach dem Schriftcharakter etwa des 16. Jahrhs. 121 Bil., 
13,5X9 cm. 7 bis 12 Zeilen, meist vollstandig vokalisierter Schrift. 
Ausser dem vorderen und hinteren Bindeblatt sind mehrfach im Inneren 
einzelne Seiten und am Schlusse 7 Bil. unbeschrieben geblieben bezw. 
mit jüngeren hands chriftlichen Eintragungen bedeckt. Zu Anfang 
fehlen einige Bil. Text. Originallederband. 2600 — 

Zahlreiche Suren des Korans in willkürlicher Reihenfolge, so dass z. B. 
die ersto gerade an letzler Stelle steht, und liturgische Formeln wie die 
„schonen Namen" Gottes, Formulare zum Gebetsrufe für verschiedene Gebets- 
stunden usw. 

25 KyrilloB Ton Jerusalem, Katechesen. — Arabische Handschrift auf 
impragniertem Papier etwa des 12. Jahrhunderts. 205 Bil., 15 Zeilen 
18,5 X 14 cm. Moderner ornamentierter Ganzlederband mit Klappe 
nach orientaliRchem Muster. 14000 — 

Eine arabische Ubersetzung der in der altchristl ichen Kirche 
sein iM:liebten und berühnitcn Katechesen des Kirchenvaters 
ii nd Bischofs K.yri/los v. Je ru sa je ju (ca. 315—86) kennen im 
GegenBatze zu der {W'ien 18;s2) gedruckten armonischen weder O. 
Bardenhewcr (Geschichte d. altkirchl. Literatur 3, 278) noch A. Baum- 
stark (D. christi. Literaturen d. Oriënt?, 2). Nur wonigc einzelne Nrn. 
enthalt die arabische Handschrift Bibl. Nat. 63 zu Paris. Zur Scnrift vgl. 
E. Tisserant, Specimina codicum orientalium (1D14) ïuf. 55: die Schrift der 
vorliegenden Handschrift ist allerdings erheblich jiinger. 

S^hr sauber und deutlich gcschriebcnc Handschrift; tlio erslen Blütter sind am 
Rande mit etwas Textvertust von Müusen angefrcssen. Der To>xt bricht in 
Nt. 15 ab; es ist nur der vorclere Holzdeckel vorhanden. 

26 Lectionarimn Syriacum. — Lage von 4 DoppeLblattern e. syrischen 
Pergamenthandschrift des 11. Jahrhunderts, enthaltend den Anfang 
eines Lektionars aus Apostelgeschichte u. Paulusbriefen m. Psalmen- 
stellen für Messe u. Vesper nach melkitischem Ritus. 21 Zeilen in 
2 Kolumnen. 27 X 20 cm. In Ganzledermappe. Mit Flechtbandmuster 
aber dem Text. 18000 - 

Saubere Handschrift in Schwarz u. Rot. Zur Schrift vgl. E. Tisserant. Speei 

mina codicum orientalium (1914), Tar. 36a (v. J. 1041). 
Erhalten sind die Texte vom Ostersonntag bis zutn 2. Mittwoch nach Ostern. 

Ausser den hier stets der Apostelgeschichte entnommenen apostolischen Peri 

kopen sind die veründerüchen Gesangsttloke für d. Messc n. ein dem griech. 

j;pOKGi[Jievov cnlsprcchender „Psalm" für die Vesper jedes Tages gehoten. 

Der ïext ist derjenige der PeschitLa. 

27 Liturgica Syriaca. — 4 lose Bil. e. syrischen Pergamenthandschrift 
d. 9. Jahrh. liturgischen CharakterB. Zweispaltig, 38—86 Zeilen. 
26X17 c °»* In geschmackvoller Ganzledermappe. 40000 — 

Dieses Fragment nruss entschieden erheblich alter sein als das die 
genaue Datierimg (1031) aufweisende Menilon (s. d.); deun es steht in 
schroffem Gegensatze zu diesem, das zwar textlich vom endgültigen Ritus 
abweir.ht, aber schon offenbar die Gesamtstruktur seines Offiziums voraussetzt 

Den Inhalt bilden Gcsange für d. Karwoche vom Montag bis Donnerstag, die 
als Enjam' u. Sfig(h)jat(h)a bezeichnct werden. Die Anwesenheit nament- 
üch von Liedern dor letzteren Gattung befremdet auf d. Boden eines eng 
mit d. Griechentum verbundenen Ritus. Dass es sich aber doch urn Reste 
eines einem solchen dienenden liturgischen Buches handle, verbürgen die 

Karl W. Hiersemann in Leipzig, KOniRetrasse 29. Katalog 500. 



16 Orientalische Manuskripte. 



M. Pf. 



griecbisch in syrischen Buchstaben gemachten r.yp; -Vermerke. TextUch 
besteht weder zum griech. TptaJSLOV, d. h. zum gewöhnlichen melkitischeu 
RHus, noch_zu d. jakobitischen ' Sammlungen „griechischer Kanones" u. „sy- 
rischer Enjanc" mit ihrcm bcsonders staiken Einschlage grieehischen Ein- 
fluBses irgend einc Bezie hung. 

28 Liturgica Syrlaca. — Bruchstück e. syrischen Pergamenthandschrift 
des 11. Jahrhunderts liturgischen Inhalts. 4 BIL, 20 Zeilen. 20 X i4 cm. 
Moderne Ganzledermappe. 15000 — 

Zur Schrift vgl. E. Tisserant, Specimina codicum orientalium (1914), Taf. 36a 
(v. J. 1041). 

Das Fragment ist von beeondorom Interesse, weil es nach mel- 
kitischem Ritus Resf.e sog. Communia für bestiinmte Heiligen, 
klassen bietel, wie sie im Gegensatz zu ab end lünd ischen Bre- 
vieren u. jakobitischen Choral btlchern anf dem Boden grie- 
chischer und griech. -syrischer Liturgie^ wenig gelitufig aind. 
lm einzelnen enthaltein BI. 1 und 2 von einer axoXou\Ka f tlr Aposfelfestc 
die Oden 3 (unvollstündïg), 4, 5 und (unvoILstandig) 6 des Kanons für den 
op-9-po? .(Morgenoffizium), BI. 3 u. 4 augenscheinlich von einer soJchen 
fQr Bischöfe Gesange fili' den i<j;i£pivó; (Vesper) u. die Oden 1 u. 3 eines 
sog. Dreifalligkeits-Kanons, gefolgt von denjenigen eines solchen der hl. 
„Lehrer" eelbst wohl für das p.s?ovuxTixóv (Mitlernachtsoffizium). 

29 Liturgica Syriaca. — Bruchstück von 3 Doppelblattern e. syrischen 
Pergamenthandschrift d. 13. Jahrhunderta liturgischen Charakters nach 
melkitischem Ritus. 18 Zeilen. 19X14 cm. Ganzledermappe. 28000 

Schone, saubere Handschrift in Rot tmd Schwarz. Zur Schrift vgl. E. Tisse- 
rant, Specimina codicum oricntalium (1914) Taf. 3Ga (v. J. 1041): die Schrift 
des vorliegenden Bruchstückes ist aber erheblich jünger (13. Jahrh.j 

Das Fragmenl bildete den Schluss e. offenbar nicht sonderlich umfangreiehen 
Handschrift, die etwa die Messliturgie gefulgt von den Gebetstexten für 
Hesperinos u. Orthros {Vesper u. Matutin) cnthalten haben inag. Erhalten 
sind die Gebetstexte d. Priesters u. in abgekllrztcr Form die vom Diakon 
vorzubetenden Litaneien des Orthros u. die kurze Subsicriptio des Schrei- 
bers Johannan. Einzelne Teile d. Partien d- Diakon? sind griechiöch in 
syrischen Buchstaben. Eine mehr als gcwöhnliche liturgiege- 
schichth'che Bcdeutung sichort dom bescheidenen Fragment*: 
die sttarke Abweichung, die inhaitlieh gegenüber derjenigen 
Struktur zu beobachten ist, die der Orthros in den gedruckten 
liturgischen Btlchern des grieehischen Ritus aufweist. 

Die völlig singularc Erscheinung noch griechischer liturgischer Texte in syn- 
scher Umsehrift ist ein inneres Kriteritim für ein rclativ hohes Alter dicsns 
Bruchstückes. 

30 Liturgica Syriaca. — Bruchstück e. syrischen Handschrift auf im- 
prfigniertem Papier aus d. Mitte d. 15. Jahrhunderta liturgischen Cha- 
rakters nach melkitischem Ritus. 4 Doppelblatter, 14—16 Zeilen. 
21,5X13,5 cm. In moderner Ganzledermappe. löOOO — 

Schftnc, regelmassige Schrift in Scbwarz u. Rot m. Flechtbandmustor (vgl. dazu 
Ed. Sachau, Katalog d. syr. Handschriften d. Kgl. Bibliothek zu Berlin, 
1899, IX, v. J. 1441). Auf BI. 2 recto 2 Zeilen arabisehe Fnssnoten. 

Der InhalL setzt sich zusammen aus artyïjpa auf d. Gedachtnistag d. hl. Lon- 
ginus, die durch Berührnngen mit Responsorien der römisciien Karfreitags- 
mette Interesse erwecken (Bi. 1) u. den Anfang e. Sainmlung von <rziyr\pó. 
Tür die Zeit vom Sonntago „des ZöUners u. Pharisaers" bis zu demjenigen 
„aller Heiligen", d. h. des Triodions u. Pentekostarions. Von der letzteren 
sind die Texte für die beiden ersten u. 3 Nrn. derjenigen für d. 3. Vor 
fastensonntag «erhalten, wobei an den Sonntagen „des Zöllners u. Phari- 
saers" bezw. „des verlorenen Sohnes" keine sich init d. Textbestand <? 
der DruoKausgaben des Triodions decken. 

Das Stuck ist ebenfalls von hoher Wichtigkeit für die Kenntnis der Entwicklung 
der melkitischen Liturgie. 

31 Liturgica Syriaca Hfnaitica. — Bruchstück e. auf dem Sinai ent- 
atandenen syrischen Handschrift auf impr&gniertem Papier v. Jahre 
1292 liturgischen Charakters nach melkitischem Ritus. 5 Bil., 14—16 
Zeilen. 21,5X14 cm. Moderne Ganzledermappe. — Vergl. die Ab- 
bildung auf Tafel XIII. 36000 - 

Sehr saubere u. sorgfaltigo Schrift in Scliwnr* u. Rot in. oino.m Fleehtband- 

inusler. 
Schluss e. sich als „Buch der arcyïjpx und TptwSia" bezeichneriden öammlung 

liturgischer Gesange mit Bcigaben gleichen Charakters von andorer Hand 

Karl W. Hiersemanu in Leipzig, KÖnigstrasse 29. Katalog 500. 



Orientalische Manuekripte. 17 

M. Pf. 

BI. la— 3 b fullen aziyripa. für den Freltag u. Sonnabend der Osterwoche, 
die alle von denjenigen des gedruckten griech. Pentekostarions verechieden 
sind. Auf 81. 4a folgt die Subscriptio des Schreibers Schem'ön ana 
Saidtiaja, d«r die Handschrift anf dein Sinai für einen Mönch 
Pauliu© herstellte. B). 4b ist welss geblleben. Datiert ist die Hand- 
schrift vom 17. Moi 6S00 Adaras (=» 1292 n. Chr.). Auf BI. 6 haben wir 
von «pftterer Hand herröhrende xovrixta (Je ein xovraxiov mit oTxo?) auf 
den Evangelisten Lukas u. anf den hl. Hüarion. 

32 Makarismen. — Bruchstflck e. syrischen Papierhandschrift des 15. Jahr- 
hunderts, enthaltend die Folge der .Makarismen", d. h. der in Ver- 
bindung mit Matth. 5, 3—13 zu singenden Stücke liturgischer Dichtung 
aus der eine Verbindung der gewOhnlichen sonntaglichen mit der 
Paraklitiki darstellen den aog. .grossen Oktoïchos". 15 BIJ., 14 Zeilen. 
19 X Hem. Ganzledermappe. 6000 — 

Guterbaltenes Fragment in regeimassiger, sorgfaltiger Schrift in Schwarz.und Rot. 

Bas BruchstUck besteht aus einer Lage von drei und einer solchen von vier Doppet, 
biattern u. enthait das Ende dea Donnerstagstextes, den Freitag- u. Sonn- 
abendtext des 6., alle Texte des 7. und (am Ende unvollstandig) den Somi- 
tagstext dea 8. Kirchentones. Auf 4 Troparien Haupttext pflegt ein durch 
den ganzen betreffenden Kirchenton hindurch an den elnzelnen Tagen un- 
veranderiich bleibendes Dreifailigkeits-Troparlon u. hinter der kleinen Doxo- 
logie ein Theolokion zn folgen. Uber die gedruckt vorliegende Form der 
griech. Originaltexte hinaus ergibt sich dabei gelegen Uich ein Obersohuss 
einer Liedatrophe. 

38 Martyrologium, arabice. — Christlich-arabische Pergamenthandschrift 
des 10. Jahrhunderts, ein Martyrologium in arabischer Sprache ent- 
haltend. 141 BIL, 19 Zeilen. 18,5 X 15 cm. Alter Holzdeckelband 
mit Lederüberzug. 98000 - 

Die Handschrift zelgt denselben Duktus wie die des British Museum OR, 5008 
vom J. 917 (faksimiiiert in Lewis, Studia Slaaitica No. XII: forty-one fac- 
alm lies of dated christian arabic raanascripte, Taf. III, Cambridge 1907), 

Die recht gut erhaJtene Handschrift in sauberer and sorgfaltiger Schrift stammt 
vermuüich ebenfalls schon aus dem Anfang des 10. Jahrhunderts und lat 
wah rachel nlJch slnaHlschen Ursprungs. Einige Randbemerkungen von 
apaterer Hand. Auf mehreren Soiten eind Teiie der Schrift abgekralzt. Zu- 
grunde liegt wohl eine koptische Bearbeitung. Am Schluss sind ö BI. kleine- 
ren FormatB, aber in demselben Schriftduktus zwisebeneingebunden. Unter 
den in der christlicb-arabischen Literator bekanntlich «o beliebten Helligen- 
geachichten nimmt die vorliegende Handschrift duroh ihr Alter und Thre 
slnaJUache Ilerknnft einen hervorragenden Platz ein. 

34 Men&on, syrisches. — BruchstÜcke e. syrischen Pergamenthandschrift 
aus d. J. 1031, eines die Gesangstücke für die unbeweglichen Feste ent- 
haltenden sog. Menaons des melkitischen Ritus. 27 X 18,5 cm. 5 BIL, 
25—26, bzw. 38 Zeilen. In gescbmackvoüer Ganzledermappe. — Vergl. 
die Abbildung auf Tafel XIV. 85000 - 

SchOne, saubere Handschrift in Schwarz nnd Rot. Auf BI. Sa beflndet aioh 
ansfOhrllche Subscrlptlo des Schreibers Sargifl, Sohnes eines 
Davld. Die Handschrift wurde Mltlwoch, d. 81. August 1342 
der Alexanderara («=» 1031 n. Chr.) im Eliaskloster lm „Schwar- 
zen Gebirge bel Seleukia (am O routes) vollendet. 
Die Handschrift enthait auf BI. 1 ern^poé dea Festofflziums Symeovia d. Sty- 
liten n. des byzantlnischen bürjgerlichen Neujahrs am 1. September u. auf 
BI. 2—4 Kanon und éfcrcooreiXaptov des Festoffiziums des Apostels Andreas 
am 80. November. Das vorliegende Fragment enthait also Anfang und Ende 
einer Handschrift, dir ein die Monate September bis November umfassen- 
des VlerteJjahrs-Menaon umschloss. Wir haben es In diesen 5 Blat- 
tern mit der drittaltesten datierten Urkunde syrlsch-melklti- 
scher Liturgie, an Alter Obertroffen nur noch durch das mit 
ihr dleselbe Provenienz tellende Ev&ngelienbuch Brit. Mus. 
260 v. J. 1023 nnd das b>erühmle sog. Evangoliarium Hierosoly- 
mitanum Vat. Syr. 19 in chrletlich-palastinensischem Dialekte 
vom J. 1030. Von Exemplaren oder Bruchstücken, speziell sy- 
risch-melkJtischer Menaen Ist Überhaupt keines filter als das 
vorliegende Fragment. Vgl. die Nachweise bei C. Charon, Xpuao<TTO(/.ixdL 
Studi e ricerohe intorno a S. Giovannl Crlsoetomo (Rom 1900) 606. 
Auf BI. 6 b ist von welt jüngerer Hand ein <rrt)(ï)póv zu Ehren des Evangc- 
listen Lukas beigefügt worden. 

Karl W. Hioraemann in Leipzig, Königstrasse 29. Katalog 500. 

2 



18 OrientaliBche Manuskripte. 

m. pr. 

Die Texte sind samtlioh verschieden von denjenigen, welcbe die gedrucktcn. 

griech. Menfien im Originale aufweisen. Auch ist es liturgicgeschichUich 

Eeachtenawert, dass ara 1. September im Gegensatze zu ionen der Tages- 

heilige den Vorrang vor der Neujahxsfeier behauplet u. am 80. November 

der in ihnen deu Kanones des Apostels vorangehende Multergotteskanon 

noch fehlt. 

85 Nisami (Abu Mohamed Iljas ben Jasuf), Chamseh oder Pendch-Kendj, 

Gedichtsammlung. Persisches Papiermanuskript iu Ta'lik-Handschrift. 

Datiert 1023 (1606). 273 beiderseitig beschriebene Blatt. die Seite zu 

20 Zeilen in 4 Spalten, in Schwarz u. Bot, mit hübschen Borduren 

(Blumenranken zwischen Leisten) in Gold and Farben. Folio. Boter 

Halblederband mit Ecken und Kanten sowie farbiger Deckenpressung 

mit Inschrift. Leseschnüre. 2500 — 

Kleine Randschaden mit teilweisem ganz geringem Textvedust, so BI. 6, 6, 12, 

37, 61, 9ï. Daa erste sowie 1 BI. zwiBcben 88 u. 89 fehlen. Abgesehen von 

sonstigen kleinen Ausbesserungen der Rander gut erhalfcene interessante 

HandschriU mit hübschen Blumenornamenten zu Anfang der HauplabschnlUe, 

ebensolchen Rendeinfassungen u. Leisten zwischen den Spatten in Gold, 

Rot ii. Orange. Der geschmackvolle orientalische Einband ist neneren 

Datums. 

36 Novum Testamentum gyriace* — Bruchstück einer syrischen Pergament- 
handschrift des 7. Jahrhunderts, enthaltend Bom. 6,9—11,4 nach 
der Peschitta. 7 Bil., 23—24 Zeilen. Zweispaltig. 25,5X20 cm. 
Ganzledermappe. — Vergl. die Abbildung auf Tafel XV. 35000 — 

Schone regelmassigt Schrift mit Randbemerkungen in roter Tinte. Vgl. W. 
Wright, Catalogue of the Syr. Mas. in the British Museum (London 18T2) 
XVlTt (7. Jahrh.). Wegen scines Altera hervorragend eeltenes Stück. Die 
Randnotiisen enthalten altertümliche Perikopennotienmgen. 

37 Oktoïchos. — Bruchstück einer syrischen Pergamenthandschrift vom 
Ende des 12. Jahrhunderts. 7 Bil., 21—23 Zeilen. 17X12 cm. In 
geschmack voller moderner Ganzledermappe. 22000 — 

Schone, saubere Handschrift Ton guter Erhaltung in Sohwarz u. Rot. Die Schrift 
l»t regelmilKsifier n. wohl etwas alter als die verwandte von W, Wright XVI 
(v. J. 1213). 

Vou den naoh den acht Kirchentönen geordneten OffUien fiir je 8 aufelwander folgende 
Sonntage lat der Schluss des j enigen dea 7. u. daBjenige dos 8. Tages faat toII- 
standlg erhalten. Von den erateren liegen eln «jcooti^ov für die Messe, je ein 
dom grieoh. Trpo>;£'!(xevov entspreohender „Psalm" fiir Messe u. Orthros u. das 
„Alleluja" Tor, von letaterem 6 Tpo~apia zu den Psalmen 140, 141, 129 u. 116 u. 
3 <X7có<m)(a lür den iuneptvój, 8 xaÖ-icifxaTa mit fteoróxiov hlnter der sog. 
kleinen Doxologie, der volstandige Kanon, 8 Tpoitapia mit sogar doppeltem 
Tbeotoklontexte zu den Psalmen 148 ff. und noch eln weiterer selbit&ndlger 
MariengeBang für den Sp&po;. Das 3. Uorgen-Kathlsma nlmmt unter der Spezial- 
bexelohnung „der Knaben" auf den Elnzug Jesu in Jerusalem Bezug. Da» vor- 
liegende Bruchstliok gewlnnt eine grosse Bedeutung durch die 
starke Versehledenheit, die es trotz zwelfelloser Zugehörigkeit 
zum melkitiachen Bltus den entsprechepden Texten der griecb. 
Oktoïchos gegeniiber aufwelst. Von denselben kehren namllch nor die 
dort lm op&po; zu dea Psalmen 148 ff. verwendeten drei ersten Troparlen (Inc. 
Kopie il xcct xpm]p{<i>, Kup:e c? xoti tü; vcxpóv, Kopte orcXov) hier eu den 
Psalmen 140 ff. des fcntepivós, daa a^oXuTÏxtov (Inc. * E£ b<|«ou;) al* exstes 
anóaTi^ov desselben und als zweitee Morgen-Kathisma eln dort auf dessen 
kleine Doxologie folgendee Tponoptov (Inc. Ta [Atpa Tïj? Tccïpfj;) wieder. 

38 Paraklitiki. — Bruchstück einer unvollendet gebliebenen syrischen 
Papierhandschrift des 15. Jahrhunderts, einer sog. Paraklitiki nach 
melkitischem Bitus. 2 Bil., dazu 2 Bil. v. jüngerer Hand. 19—20 Zeilen. 

25 X 15 cm. Moderne Ganzledermappe. 3500 — 

Znr Schrift vgl. E. Tisserant, Specimina codicum orientalium (1914) Taf. 37 a- 
Uber dem Titel ein 7C-förmiges Flechtbandmuster in Schwarz. Eioige ara- 
bische Randnotizen. 

Von den nach den acht Kirchentönen geordneten GesangsstUcken der Offlzien 
für die einzelnen Werktage von 8 aufeinander folgenden Wochen, die den 
InhaU der Paraklitiki bilden, liegen die Oden 1 u. 3—6 des Kanons deH 
1. Tones auf Montag (zu Ehren der Engel, von Theophanes) vor. Der Text 
füllt nur Bt. 1 und 2. Auf BI. 3 und 4 folgen Psalm e natellen und Gebete 
von jüngerer Hand. 

Kart W. Hiersemann in Leipzig, Königstrasse 29. Katalog 500. 



Orientalische Manuskripte. 19 

M. Pf. 

39 Psalterium arabieum I. — Arabische Pergamenthandschrif t d. 10. Jahrh., 
enthaltend den Psalter mit Anhang der biblischen Kantika. 70 BIL, 
20—22 Zeilen. 19 X 13,5 cm. Moderner, jedoch stilgerechter Holzdeckel- 
einband mit Lederüberzug. 52000 — 

Deutliche Handschrift mit KapitelUberschriften lu roter Tinte. Einige Gebrauchs- 
spuren; auf den 3 letzten Blattern ist der Text etwas verwlscht. Die Schrift 
ist eine etwas jüngere Weiterbildung der Schrift des bei E. Tisserant, Spe- 
cimina codicum onentalium (1914) auf Tafel 65 gegebenen Faksimlles einer 
arabischen Evangelienhandschrift des 9. Jahrhunderte. Der Text weicht von 
den vier arabischen Psaltertexten bei Lagarde, Psalterium, Job, Proverbia 
arabice (Gött. 1876) ab. Sein e griechfsche Vorlage berührt sich aber viel 
slarker als die drei aas dein Griechlschen geflossenen Lagardeechen Toxte 
mit der B-Form de« griechiachen Psalter». 

Ps. 1 u. 2 und der Anfang von Pa. 3 fehlen. 

40 Psalterium arablcum II. — Arabische Handschrift auf impragniertem 
Papier, 13. Jahrh. enthftlt Ps. 9—138. 124 BIL, 13 Zeilen. 17,5 X 13,5 cm. 
In modernem ornamentiertem Ganzlederband mit Klappe nach orien- 
talischem Muster. — Vergl. die Abbildung auf Tafel XVI. 55000 — 

Die Handschrift enthalt die arabïsche Psalmenübersetzung des mei- 
kitiachen Diakons Abü-I-Falh Abdallah b. a]-Fadl (vgl. G. Graf, 
D. christl.-arab. Literatur bis z. frankischen Zeit 1905, 68— 71J, die La- 
garde nach der Ausgabe Aleppo 1706 herausgab. Zur Schrift vgl. E. Tisse- 
rant, Specimina codicum orientalium (1914) Taf. 57 b (Faksimfle e. arab.- 
chrisU. Handschrift v. J. 1218). 

Deutliche Schrift in Rot u. Schwarz. Die ersten BJ.. die ersten 8 Psalmen 
enthaltend, sind herausgerissen. Einige Gebrauchsspuren. Die ersten 24 BI. 
sind ohne Textverluat angerandert. 

41 Psalterium liturgicum Syrlacunu — Bruchstück einer syrischen Per- 
gamenthandschrif t des 13. Jahrhunderts, einen liturgischen Psalter nacb 
der Peschitta enthaltend. 78 BIL; 21, bezw. 14—16 Zeilen. 13,5 X 9 cm. 
Vom alten Kinband ist der eine Holzdeckel m, Lederüberzug erhalten. 

In schoner moderner Kassette. 80000 — 

Die Handschrift leann, trotzdem sie fleckig und durch Einreissen und Beschadi- 
gung einiger Blatter etwas Textverlust eingetreten ist, noch recht gut ge- 
legen werden. Es fehlen die Psalmen 1—83. Die letzten 13 BI. gehören 
einer (unvollstandig erhal tenen) spateren Erganzung an. Der Umstand, daas 
das Manuskript keinerlei sprachlichen arabischen Einschlag aufweist, wie 
ihn syrisch-melkitische Handschriften liturgischen Innalts bereits seit dem 
ló. Jaiirh. mindestens in Überschriften, Rubriken usw, zeigen, beweist, dass 
das Manuskript vor dem W. Jahrh. geschrieben sein muss. Weitere An- 
haltspunkte zu einer genaueren Daüenmg geben palaographische Er- 
wiigungeu. Zur Schrift des vorderen Stückes vgl. Ed. Sachau, Katalqg d. 
syr. Handschriften d. Kgl. Bibliothek in Berltn (1899) II, 7. T. u. E. Tisse- 
rant, Specimina codicum orientalium (1914) Taf. 33 b, die das Faksimile einer 
Hs. aus d. J, 1234 zeigt. ZwiBchen beiden halt unsere Schrift etwa die 
Mitte. Der Hauptteil dürfte also im 13. Jahrh. niedergeschrieben sein. 
Die Schrift d. spateren Erganzung nahert sich Ed. Sachau, op, cit. IX (v. 
J. 1491). 

An Anhfingen des Psaltertextes bietet der al te Teil d. Handschrift die 3 bibli- 
schen Kantika der epezifisch syrischen Riten (Ex.. 13, 1—23; DL 32, 1—43; 
Is. 42, 10—13, 45, 8) mit einer Lücke, in welcher der Schluss des ersten u. 
der Anfang des zweiten verlorengegangenen sind, u. ie ein ausserbiblischos 
original-syrisches Kantikum, für den nachtlichen Vigiliengottcsdienst u. die 
Matutin (S. Epbxaemi Syri Op. Syriace et latine. Rom 1737/43. 3, 536f. 
2> 330 als Paraenes. 66 bzw. Exeget. In Pa. 96. 11), das letztcre unvoll- 
standig. Die Erganzung umfasst die biblischen Kantika 3—9 doe griechi- 
schen Kanons der „neun Oden", die Makarismen (Matth. 5, 3—18) u. (un- 
vollBtandig erhalten) eine Art von Ordinarium des kirchlichen TagzeUengev 
betes. Hier verrat sich mindestens für die Erganzung meïkitische Herkunft. 
w&hrend im übrigen die Handschrift ebensogut jakobitisch sein könnte. 
Für den melkiüschen Ritus ist sie als Beleg einer Mischnng echt syrischer 
«nd wurzelhaft griechischer Observanz von hervorragender liturgie- 
goschichtlichor Bedeutung. 

42 Psalterium llturgleum Syrlacum. — Syrische Pergamenthandschrif t 
des 10. Jahrhunderts, einen liturgischen Psalter nach d. Pewchitta ent- 
haltend. 93 Bil., 23-25 Zeilen. 22,5 X 17 cm. Moderner Holzdeckel- 
band mit Lederüberzug im alten Stil. — Vergl. die Abbildung auf 
Tafel XVII. 200000 - 

Karl W. Hiersemann in Leipzig, KÖnigstrasse 29. Katalog 500. 

2* 



M. Pf 



20 Orientalische Manuskripte. 

In reinem Estrangelo, das in melkitischen Handschriften schon des 11. Jahr- 
hunderta nicht mehr aufzutreten pflegt, gedchriebene Handschrift mit Kapilel- 
überechriften in roter Tinte. Unvokalisiert. Ara rechten Rande unten ohne 
Texlverlusl etwas abgenutzt (liturgisches Buchl). Die ganze Handschrift 
ist Palimpsest. Die aitero Schrift, eine vorzügiicbe armeni- 
sche UnciaJe, wird auf den Randern mehrfach sehr deutlich 
sichtbar u. würde aait Hilfe neuerer technischer Mittel unschwer zo ent- 
ziffern sein. 

Der Anhang umfasst biblische u. nichtbiblische KanÜka. Doch ist daa spe- 
zifisch Syrische Is.-Kantikum hier hinter No. 6 des griech. Kanans der „neuen 
Oden" eingeachoben, was einen bemerkenswerten Fortschritt in d. VerschmeL. 
zung d. syrischen u. der griechischen Form des Ritus bezeichnet. Auf die 
beiden Ephram-Kantika folgen die Makarismen, die sog. Grosse Doxologie 
(Gloria in excelsis). das nicaeo*konBtantinopoIitanische Glaubensbetcenntnis u. 
das Vaterunser. Hinter zwei weiteren zlemlich umfangreichen Gebeten 
schliesaen sich dann Doch die Nrn. 1 u. einer 90g. Oktoïchos von 8 nach 
d. Kirchentönen geordneten Sonntagsakoluthien an, die letzteren in Ver. 
bindong mit einer Art von Ordinarium. Der hier vorausgeeetzte Aufbau des 
Offizlums wefcht sehr betrachtlich von demj enigen des endgültigen griech. 
Ritus ab, mit dein auch textlicb uur vereinzelte Übereinstimmuneen zu beob- 
achten eind. De ra auf Konstantinopel zurückgehenden Einfluss, der spaterhin 
auch bei d. syr. Melkiten der herrschende ist, dOrfte da die altere liturgische 
Weise Antiochiaa gegenübertreten. Bemerkenswert ist besondera eine lal- 
sfichliche Beschrankung auf nor zwei alttestomentliche Kantika Ex. 15, 1 
bis 9 u. Dan. 3, 62—68, die eine hochaltertümlfche Berührung mit 
dem neetorianischen u. d. ambrosianiscben Ritus, bzw. einem 
vereinzeilen toptiachen Literaturdenkmal bedeutet. 

Es fehlen die Psalmen 1, 45-47, 81—83, 110—115 und teüweiae die Psalmen 
8, 48, 60, Si, 109, 124. 

48 Psalterium syro-arabicum. — Syriseh-arabische Papierbandschrift 

von ca. 1800. 299 Bil , davon 8 weisse. Auf den beiden Innendeckeln 

beflndet sich je ein Papierblatt in arabiacher u. ein Pergamentblatt in 

syrischer Schrift aufgeklebt. Holzdeckel m. Lederüberzug. 88 000 

Die wohl aus d. Anfang des 14. Jahrhunderts stammende Handschrift enthMt 

ein samtliche 150 Psalmen umfassendes Psalterium in syrischer u. arahischer 

Sprache. Der eigentliche Text ist in schoner, sehr deutllcher syriecheT 

EstraDgelöschriit geschrieben mit der arabiscben Interlinear-Ver- 

sioh. Unpunktiert, aber mit diakritischen u. Interpunktionszeichen ver- 

seben. Einige Blatter sind mit ganz gerlngem Textveriust ain Rande be- 

Bchadigt; teilwelse angerandert. Von BI. 221 fehlt die untere Halfte. Gber- 

schriften in roter Tinte. Etwas fleckig. 

44 Quaestlones theologieae, arabice. — 2 Doppelblatter einer arabisch- 
onristlichen Handschrift des 13. JahrhundertB auf impr&gniertem Papier. 

28 Zeilen. 84X25 cm. In moderner Ganzledermappe. 8000 

Saubere und deutliche Handschrift in SchwaTZ und Rot. Zur Schrift vgl. E. 

Tisserant, Specimina codicum orientallum (1914) Taf. 46 h. Sparsame Voka- 

lisatloD. 
Der Text umfasst Erörtcrungen über verachicdene theologische Fragen durch 

patristische Autoritaten. Zitiert werden u. a. Maximus Confessor. Makarios, 

Baaileios d. Gr., Athanasius u. ein Mar(j) Jshacf, d. i. wohl Isaak v. Ninive. 

45 Totenliturgie. Griechisch-arabische Handschrift des 11. bis 12. Jahrhs. 
auf impr&gniertem Papier, zu AnfaDg und am E o de unvollst&ndig und 
mit Lücken im Incern, die eraten zwei erhaltenen BIL stark bescha- 
digt. BI. 40 und 41 sind anscheinend Erg&nzung von jüogerer Hand; 
BI. 52 besteht aus zwei zusammengeklebten Bruchstucken, von denen 
für das obere das Gleiche gilt. Totonliturjrie mit einem umfangreichen An- 
hange verschiedener anderer liturgischerGesange. 95 BH. 16,6 X 11,5 cm. 
16 — 22 Zeilen. Neuzeitlicher stilgerechter Holzdeckelband mit Leder- 
überzug. — Vergl. die Abbildung auf Tafel XVIII. 90000 

1. BI. lr°— 32r°. Normale Begrabnisliturgie , bestebend aus Vesper (Xu/vixiv) 
und Matutin (opïrpos). Der erhaltene Textteil beginnt mit dera Kanon der 
leti teren. Der griechiseheText des hinter der sechsten Ode eingeffigten Konda- 
kions Ist von einer arablsohen Übersetzung gefolgt, derjenige der anf den Kanon 
folgenden Gesangs- und Gebetstücke mit Ausnahme der Litanel von einer soloben 
In Parallelkolumne begleltet. Der Gesang: 'OpiTvre'c (jlê a^eivov gegen Ende 
des Ganren welst dem Texte übergeacbriebene N en men auf- 

Karl W. Hieraemann in Leipzig, Königstragae 20. Katalog 500. 



Orientalische Manuskripte. 21 

m. pr. 

*. BI. 92r° — 47r°. Totenllturgie itir die „Nacht des iDzenses" ven gleichein Auf- 
baue, mit Ausnahme der nar grieohlsoh gegebenen Lltaneien, duren weg grlechisoh 
und arabisoh In Parallelkolumnen. Nicht nur dlese Untersoheidung einer doppelten 
Liturgie ist dem gedrüokt vorliegenden Texte des griechischen Begrïbnluritus 
nach gemelnbyaantinlsohero. Brauobe fremd. Au oh lm nüheren Aufbaue von 
Vesper und Matutin wie im textliohen Elnzelbestande unterscheldet sich das 
hier Gebotene toü demselben In weiiestgehendem Masse und zeigt viel f ach 
Spuren hoher Altertümllohkelt. Im Gegensatze zu der tod Jerusalem 
und Konstan tinopel ausgegaugenen Hturgischen Weise der spateren griechischen 
Orthodoxie dllrfte hier die] enige Antlochias kenntlioh werden. Neu sind neben 
zahlrelchen elnzelnen Troparien vor allem die beiden Kanones (Inc. 'O tov 
3-avaTov, xipie, iïpo{ravxrw<ja{ tc£ <jcu S-avaxto bezw. 'ÜiSïjv értTa^piov, SeCte, 
ao(x<ptuvw<; XpiartÓ Kpojsviyxtofxev). 

3. Bi. 47r°— 58r°. Kanones und biblische Lesestücke fur das Begrabnis von Monohen 

and Frauen , die Bibeltexte gefolgt von arabiacher Übersotzung. Infolge von 
Blatteryerlust Tor BI. 48 und Bi. 58 fehlen ton dem Kanon auf Monohe die Oden 
9-5 ganz, der grbsste Teil Ton Ode 1 und der Anfang von Ode 6 t Ton dem- 
jonigen auf Frauen fast alles bis gegen die Mitte der Ode 5. Belde sind 
wlederum der gedrüokt vorliegenden Gestalt grieohlsoher Toten- 
liturgie fremd. 

4. BI. 68r°— 60r°. Gebet nach dem FrlihBtöck (Inc. AwnoTa r.oXutk&e xupt6*J?]JGU 

Xptars) mit Lk. 18, 15—17 als zugehöriger biblischer Perikope, begloltet von 
arabiacher ÜberseUung in Farallelkolumne. 

5. BI. 61r° — 76r°. Busskanon an ChriBtus (Inc. AurptoTa (jlou ' Iï] JoC, tSv IXuTpüiaw 

TZoXkbJV ^TaujjLtTtov 7:ópV7]v tt'v tcotc), gleiohfftlls von arabiacher Über- 
Betzung in Farallelkolumne begleitet und verbunden, mit elnem ebenso ausge- 
statteten Muttergotteakanon (Inc. IItö; (xoo trpTjvr'aeo tov j3iov tov 'puJsapcv.). 
K. BI. 77r° — 88r°. Weiterer Busskanon mit der den Namen des Dichters nennenden 
Akrostiohis : BaotXefoo tov xXau\r(i.bv, co atórep, ötjrou. 

7. BI. S8r°— 98r°. Eine Akoluthle der ApostelfürBten Petrus und Paulus, vielfaoh 
im einzelnen von derjeoigen der gedrnokten Menaen zum 29. Juni abwoiobend 
und eiDen an dieeelben geriohteten Busskanon (Inc. Ai^ou lx X et ^ £üJV ACJtüTtov 
ocïvov ürrp«) elnsoh liessend. 

*. BI. 98r°— 95r°. Die Kanones der gedruckten Menaen zum 29. Juni auf Petru* 

und Paulus, am Ende unvollstandig. Der Tezt bricht in Ode 5 des Petrus- 

kanons ab. 
Die Stlioke 6 — 8 entbehren einer arabisohen Übersetzung. Mindestena die Nrn. 

5, 6 und der Kanon von Nr. 7 sind Inedita. 
Die Neumen auf BI. 20v bis 22r dürften fUr den Neuuienf orsoher von 

groasem Interesse sein. 

46 Ritual der BegrtLbnigliturgle. Griechisch-arabische Papierhandschrift 
wohl des 12. Jahrhs., zu Anfang unvolUtandig und lose in ihrem 
alten Ledereinband hangend. Zu Anfang fehlen, wie die regelmassige 
Anlage in Quaternionen festzustellen gestattet, 9 BH. Eine BeachadU- 
gung aller Bil. an der unteren ausseren Ecke hat nirgends einen 
Textverlust im Gefolge. Ritual der Begr&bnisliturgie. 73 BH., 
13,2 X 10,4 cm zu regelmftssig 11 Zeilen. Originallederband. 42000 

Die Handschrift bietet nur ein einziges NormalformuJar der Totenliturgie, das zum 
Gebrunchte beim Begrabnis selbst bestimmt ist. Der Text bcginnt mit der Li- 
lanei der hier nicht mehr scharf von der Matutin geschiedenen Vesper. Auf das 
Normalfonnular folgen die hier vollstandig erhaltenen Sonder- 
kanones für Mönche und Frauen (Inc. MvT)<Jth]Ti T(Tv iv morse xa\ 
iv aippayiSt tf af xoiiatiÖ-evtiüv) mit ihren blblischen Perikopen. 
Nnr die letzteren welsen hier wie beim Normalformular arabische Uber- 
setzung auf. Anhangs weise folgt das Kommnnlon-Troparion: Too Sefcvou «jou 
tou (iuotxol. Als Erjftnzuiig für defekte Partien der vorigen ist 
dio Handschrift von höchstem Werte. 

47 Triodion, — Bruchstück e. syrischen Pergamenthandschrift d. 11. Jahr- 
hunderts: Anfang e. Exemplarg des die Gesangstexte für Vorfasten- 
zeit. Quadragesima u. Karwoche enthaltenden sog. Triodions nach 
melkitischem Bitus. 6 BIL, 22—25 Zeilen. 33X24,5 cm. In schoner 
Ganzledermappe. — Vergl. die Abbildung auf Tafel XIX. 52000 — 

Karl W. Hiersemann in Leipzig, Königstrasse 29. Katalog- 500. 



22 Nachtrag. 

M. Pf. 
PrSohtige, sauber u. sorgfaitig gesohrlebene Bandschrift in Schwarz u. Bot mit 
Flechtbandmustern. Die Sohrift berührt Bich entfernt mit der deB ohristl.- 
palïstinensi«chen PBalterfragments W. Wrlght XIX (10./11. Jhd.). Der Text lat, 
da nar die offenbar welss gebllebenen vorderen Slatter der beiden ttuaseren Lagen 
fehlen, wenlgstenB nach vorn vollstfindig u. uinfaest die Gesange filr den eraten 
u. den Anfang derjenigen fiir den zweiten Vorfastensonntag. Für ersteren alnd 
2 aziyjipa, 7 ÏStófAeXa, deren drol letzte ala „neue" bezelohnet werden, nnd 
ein doppelter Kanon geboten, för leuteren iswel Reihen von 3 bezw. 6 QïVfr\pa. 
e rh alten, wobei die 4 Bp'ateren der 2. Relhe wiederum sich ala neoe einflihren. 
Von LiedBtrophen d. gedruokten Trlodlon-Auagaben kehreu am eraten Sonn- 
lag 5 (Inc. Mrj TCpotreu^tü^cd-a, <$>aptaotov xsvo8o£fa, ÏTavToxpaTop xupte, 
BePap7]|A£vtüv tüv ocp-O-aXjxóïv, Tat? e£ epytjov xau^aeat), am zweiten 6 (Inc. 
* Emyvüp-ev aSeX^of *Q ïcóatov ayaS-wv, Datep ücfa-Ö-c, Eli avajxapTïjxov 
/wpav, Trjv Toü «güStou ^pcnv^v, 'Q? ó «anno? in Überietzung wieder). Daa 
Bruchatttok wahrt also elne höchat bemerkenBwerte textliobe 
Eigenart und iBt ftlr die Geschichto der melkltiachen Liturgie von höohater 
Bedeutung. 

48 Triodion. — Bruchstück e. syrischen Pergamenthandschrift d. 11. Jahr- 
hunderts, Beste eines Triodions enthaltend. 5 BH., 22—25 Zeilen. 
24,5X16 cm. Palimpsest. In geschmackvoller Ganzledermappe. 50000— 

Zor Schrift vgl. Ed. Sachau VII (v. J. 1200): Das vorliegende BruchatUck lat aber 
alter und noch In das 11. Jhd. zu setzen, Das Fragment lBt an der onteren 
Eoke stark, aber ohne Textverlust, abgenutzt. 

Es handelt sich urn das BruchatUck eineB Triodions nach elnem von dem 
endgilltigen melkltiachen noch stark abwelohenden grftco-ayri- 
sohen Ritus, Erh alten lat der grösste Teil der Texte für den Palmsonntag. 
Schon der vorausgesetute Aufbau dea Offlziums weicht at ark von demjenigen d. 
grieoh. Triodion-Drucke ab. So geht lm Orthroa dem Kanon ein TpOJtccpiov 
zn den Makariameo voran. Hlnter dem Kanon folgt ein als cuvO^fia bezeich- 
neter Text und je ein eigenes xoUhafxa mm 6fio; xupio? und EuXofïjTo;. 
Textlich identlsch mit dem In den Triodion-Ausgaben Torliegenden ist nur der 
Kanon. Mehrere Stflcke sind grlechiach in syrischen Buchstabe». 
Die ursprtingliche, senkreoht zur jetzlgen Schrift geachri ebene Schrift ist eben- 
ralls eyrlsch, aber stark verblasst. 



Nachtrag. 



49 'AMallah ibn Abï Zaid al Kairowanï. Traditionen. Arabische Hand- 
schrift des 18. Jahrhanderts auf imprftgniertem Papier. 181 unnume- 
rierte Blatt. Davon 7 leer. 8. Die Schrift in Schwarz und Bot, 
teilweise in Blau. Streckenweise ist der Text mit zierlichen Blüten 
in Gold und Bot nnd anderen kleinen farbigen Zieraten durchsetzt 
Die Textseiten sind mit einer Goldkante u. schwarzen Linien cinge- 
fasst. Das MS. ist mit 18 Behr schonen, ganzseitigen Malereien u. 12 
höcbst geschmackvollen Ornamenten in Gold u. Farben ausgeschmückt, 
zu deren Schutze des öfteren Papierblfittchen mit eingeheftet sind. 
Brauner Lederband der Zeit. 3500 

Das Erbauungsbnch stammt aus dem nordwestlicben Afrika, dem soejen. Maghrib. 
Die Handschrift zeichnet sich vor vielen Manuskripten ahnjichen Inhalta 
durch ihre prfichtigen, wohlerhaltenon Malereien aus. Die ereten Abbil- 
dungen stellen wolil den Stammbaum des Propheten dar. Beeonders inter- 
essant ist ein Bild der Kaaba (BI. 5v). BI. 9v u. 10t zoigt die „Fuse- 
spur des Propheten", ein Symbol, das haufig aoch als Amulett getragen 
wird. Alle Ornamente u. Malereien sind mit feinstem Geschmack u. grosser 
Sorgfalt ausgefülirt. Haufig sind dafür arabische Schriftzeichen, die an sich 
schon dekoruliv wirken, herangezogen. 

Stellenweiae «ind die Bil. etwas abgegriffan u. an der oberon Ecfce fleckig; 
einige wenige BI. etwas eingerissen (ohne Textverlust). Einige leere Blatt 
u. Blattrander sind spater zu Notizen, resp. zu Schreibübungen benutzt 
worden. Ini übrigen ist das Manuskript wohlerhalten. 

Der Einband, der eine Übergreifende Klappe bat, zeigt auf den Deckeln in der 
Mitte ein Zierstück in verblichener Goldpressung, das sich . nacb oben u. 
unten rankenartig fortsetzt. Die Deckel sind von mebreren Linien nmrandet; 
in den Ecken je 1 Blattstempel ; auch die- Klappe ist mit einem Ornament 
ge zier t. Der Band zeigt einige brücbigo Stellen. 

Karl W. Hiersemann in Leipzig, Königstrasse 29. Katalog 500. 



Nachtrag. 23 

M. PI' 

50 Abü 4 Laith as-Samarkandl (f 993). Tanbïh al GhSfilïn. Arabische 
Handschrift des 18. Jahrhs. ; auf impr&gniertem Papier. 204 nume- 
rierte BI. 4. Die Schrift in Schwarz u. Kot. Angebunden: Tractat, 
thee-logischer. Arabische HS. des 18. Jahrhs., auf impragnïertem 
Papier. 171 BI. Letztes BI. leer. 4. Die Schrift in Schwarz u. Bot, 
mit haufigen roten Unterstreichungen. Der Band «ft teilweise aus- 
schlagend u. mit Anmerkungen versehen. £in paar Zettel mit Notizen 

sind beigeklebt. Roter Maroquinband der Zeit mit Goldpreesereien. 2900 — 

Die erste Handschrift begïnnl mit einem Inhallsverzeichnis, das von anderer 
Hand herrührt, als das übrige Manuskript. Das eigentlicho Manuskript be- 
ginnt auf BI. 4r. Tanhïh al Ghafilïn ist eine sehr viel gelesene, auch oft 
gedruckte Schrift religiös-efhischen Inbalts. (S. Brockelmann I, 196, Nr. 9.) 
Am Schluss ist die Handschrift unvollstandig. Titel u. Verfasser sind nicht 
genannt, weder in der Emleitung, noch In dem vorgesetzten Inhaltsverzeich- 
nis, dessen Schreiber das Stück schon so vorgelegen haben raüss; dagegen 
ist in der durchstrichenen Überschrlft Fol.lv der Verfasser richtig ange- 
geben, aber eine andera Schrift desselben gertannt; wohl aus diesem Grunde 
nat ein ap&terer Besitzer den Vêrmerk dufchstrichen. 

Der Traktat ist ein Bruchstück. Er beginnt im 8. KapiLel u. ondigt im 48. 
(es fehlt wohj nicht viel). Die vorhandenen Kapltel behandeln Gegenatande 
der Dogmatik u. Ethik, Prophetengeschichten u, Eschatologie. Verfasser 
u. Titel fehlen. Die Schrift ist schïechter als bei eins, wohl auch jünger. 

Die hie u. da angebrachten Stempel sind persisch-indischer Provenienz. — 

Die beiden Manuskripte wurden von 2 verschiedenen Handen geschrieben, sïe 

untersebeiden eich auch hinsichüich des Papleres, Sie sind beide z. Tl. 

wasserfleckig. Teilweise sind die Bil. oben angerandert. 

Der rote Maroquinband, der mit Ubergroifender Klappe versehen ist, zeigt je- 
weils in der Mitte ein schönes Zie rat in Goldpressung mit oingeprügte-n 
Blütehranken. Lfidierte Stellen des Einbandés wurdert mustorgülüg restaurlert. 

51 Ahlt Scblrïzï, (berühmter persischer Dichter, f 1535), Kullïjat, d. h. 
gesammelte poëtische Werke. Persische Handschrift des 17. Jahrhs. 
auf impr&gniertem Papier. 319 Blatt Klein-Folio, numeriert. (Das 
Titelblatt fehlt.) Die Schrift in Bot, Blau u. Schwarz ist von goldenen 
Linien in Felder geteilt u. von mehrfachen Kanten in Gold u. Farben ein- 
gefasst. Mit 7 kostbaren Miniaturen, 2 prachtig illuminierten Text- 
seiten in Gold u. Farben in breiter Bordüre mit Blumen- u. Tiermustern 
in Gold. Ausserdein zahlreiche höchst geschmackvolle kleinere Orna- 
mente. Gleichzeitiger roter Maroquinband. 65000 — 

Die Handschrift bringt auf der 1. Seite das Gedicht über die Einheit Gottes. 
Nach den Eingangskasiden folgt die romantische Geschichte von Dschem u. 
Gul; weiter hinter den ersten 2 Miniaturen Kitab-i Schem'we Perwane „das 
Buch von der Kerze a. dem Schmetterling" (vgl. Grundriss der_ iraniseben 
Philologle II, 301); ferner die Kasïden, a. a. zu Ehren des Schab Isma'il, 
des Mir 'Ali Schir des Ja'küb Khan, des Veziers Kuli Beg. Ea scblïesaen 
sich an ein Muchammas, die Mukatta'at, die Chronogramme, das Saki- 
Name (Scbenkenbuch), dio Ruba'ï's (Vierzeilen), die Ghazakijat u. die Logo- 
gryphen. Den Schluse bilden hinter den letzten 2 Miniaturen, eingeführt 
durch dio besonders reich verzierte Einleitung, die berühmten drei kasïda-i 
masnö', d. h. „gekunstelto Gedichte". (Vgl. Grundriss II, 270). 

Die Miniaturen steben (mit einer Ausnahme) vor dem Beginn eines neuen Teils 
u. sind wabre KabinctlstUcke alterer persischer Malerei. Das Gleicbe gilt 
von allen anderen Zieraten u. den herrlichen beiden illuminierten Seiten. 
Unter den Bildern erwecken 2 Tanzszenen hesonderes Interesse. Die Male- 
reien sind hervorragend gut erhalten. Auch die Handschrift an sich ist gut 
erhalten; nur BI. 170—73 etwas locker, BI. 1—18 u. 26—66 am Rande etwas 
abgegriffen; stellenweise der ausserste Rand unterlegt, desgl. das letzte Blatt, 

Dor rote Maroquineinband zeigt auf beiden Deckeln gleiche Muslerung-. ein 
grösserep, grunes. mandelförmiges Ornament mit gelbllchen Blumenranken, 
in Blindpressung ziert die Mitte; oben u. unten je ein kloineres, blattförmi- 
ges Ornament. Den Rahmen bildet eine zweifache Kante in verblasstem 
Golddruck. Der Rücken ist etwaa brüchig, sonst ist der Band, von geringen 
Abschürfungen abgeaehen, gut erhalten. — 

Eine derartig umfangreiche, schone, prSchtig illustrierte SaramlUng der Werke 
Schirazis kommt nur höchst 6elten in den Handel. 

Karl W. Hiersemann in Leipzig, Königstrasse 29. KataLog 500. 



24 Nachtrag. 

M. Pf. 

52 Abmed ibn *Alï ibn Mas 'Üd. Grammatik und Metrik nebst weiteren 
grammatischen Faktaten tod anderen Verfassern. Arabische Hand- 
schrift des 18. Jahrhunderts mit tüxkischen Anmerkungen ; anf imprag- 
niertem Papier. 80 BI. 8. Schrift in Öchwarz u. Rot. Jede Text- 
eeite von einer G-oldkante u. achwarzen Linien eingefasst. Über jedem 
netten Teil ein geschmackvolles Ornament in Gold n. Farben. Von 
BI. 58 v ab eind die Seiten durch goldene u. schwarze, horizontale u. 
vertikale Linien u. durch Dreiecke in charakteristischer Weise geteut. 
Roter Maroquinband der Zeit mit Goldpressereien. 1400 — 

Das ganze Work ist ein Lehrbuch der arabischen Grammatik u. Metrik für 
Turken. BI. lv— 68r enthalt die GrammaUk u. Metrik. Auf BI. 39 r fallt 
ein Itfngerer Vermerk eines früheren Be3ltzers in türkiecher Sprache aal', 
lm tibngen ist das Bach von einer Hand geschrieben. BI. 5Sv— 80 v folgen 
dio Paradigmata des Arabiscben. Die Erklttrung der Formen ist ia tttrki- 
Bcher Sprache beigegeben. 

Der rote Maroauinband zeigt auf beiden Deckeln gleiche Ornamentierting : in 
der Mitte ein grüeseres, mandelfönniges Ornament mit Btindpressung, oben 
u. unten ein kleineres, blattförmiges Maeter; in den 4 Ecken grössere Zier- 
etUcke. Der Spiegel ist mit Goidstemchen gep.chmückt. Um das Ganze 
ziehen sich goldene Linien u, eine Kante in Goldpreaaung. I^eider febit die 
übergreifende Klappe. Der Einband zeigt einige Wurmlöcher. Die sehr 
sorgï&ltig u. geecumackvoll ausgeführte Randschrift selbst ist gnt erhalten. 

53 Missale syriac. iuxta ritnm eccles. Antioch. Fol. 212 BH. z. T. in 
Druck, rot und schwarz, z. T. in schoner grosser Handschrift. Mit 
3 Holzschn. (wovon 1 mehrfach wiederholt) u. 2 eingeklebten Kupfern. 
Rom., congreg. de prop. fide, 1716. Rot. Maroqbd. d. Zt. m. reicher 
Platten-, Rücken- u. Êantenvergoldg. u. Goldschn. Schone Arbeit, 
beide Decken m. Borduren u. Eckornamenten aus Tulpen u. Ranken, 

in d. Mitte d. Wappen d. Boe. J. in gleicher Einfassung. 800 — 



Buobdrucherei Em(i Hwrmann senior in Lelpeig 



TAFEL I 




Nr. 1. Einband der al*Buharï*Handschrift. Arabisch. 18. Jahrh. 



TAFEL II 






^ iLt\. ^A»^ *\r >aa * «wAds .aoki mIm 



mumw 
.rvvt. lilia Aai *7J>»? ob> *faaxc l*fl£a 
-.ou/ah» ydü».«aa «£An'*jn ^ 9oiC3 /ooi 

oei . «U ta/5 «A 'teJ.3 .ZxnLl» /sk&en 

loot i\i\o |oo» AU qï99 £\x\ jlol /^ay 

.^oiblbta otA-M» J^pa 1A0 .«A .- f ,'-t 
/tyi Isioaj .«iLS-sAo \iaol oW /jl^ 
ro«P^*? ^30« öbt /iA\o /.oio -ytijjao /il 

tA'aJla aio jAf^ <4*oo» a^A AJ» isaj 
«A ll>» »•» «^ «^ *•**» AAt /wq .A 

Nr. 2. Codex Syriacus T. Syrische Handschrift. 9. Jahrh. 



TAFEL III 



rC&9^»<**&&9iU& kW© .&*&& 

r^&A^aisA dxA*a r &öi£'s±*ov6Ji*9 

«&9AQ0AA ^^^U^-WUi^O JA» 

Nr. 3. Codex Syriacus II. Syrische Handschrift aus dem Jahrc 882. 



TAFEL IV 



r 




Nr. 4. Dichtungen, liturgische. Griechische Handschrift. 12. Jahrh. 



TAFEL V 

<ntS(€tte^2l ***** tStyCVft&^^r^ 

»■ l^w fl^o«in ^"i^r .«^i€\«n*l '^Ls&^a 

t^ïo^J <r-iUa U«n«lsw k*** 

■X,l%Vl«na <*X<f*+*X*i «d >^*^*^ 

>o»a **?* ,n*ii «fif^^usn Vf»^* 

Nr. 8. Evangeliarium. Syrische Handschrift. Ca. 1480. 



TAFEL VI 



$jf% ^>Mi j^y ^^Um^i 

Nr. 14. Heiligenleben. Arabische Handschrift. 10. Jahrh. 



TAFEL Vil 



••o^oJjI^^-^ip^IUa^- 

U-J! 4- ^jU J jLj JUi Hilio^j 

Nr. 15. Heiligenlegenden. Arabische Handschrift. 10. Jahrh. 



TAFEL VIII 



^^|>;W4^^J^J^/i4 




3< 







Nr. 16. Heiligenlegenden. Arabische Handschrift 12. Jahrh. 



TAFEL IX 



%*i* r4as>- >t sA *cn>'bncA < AW«^ 



*&&~«4fetew» ^^ y cW . Av . 

^on A^a . vla» A -"t^jo&a^S-v vCHKVir , 
^« r4£a yiniv» k*aa\ Jtób* rCscm-v 

Nr. 18. Das Hohelied. Syrische Handschrift. Urn 900. 



TAFEL X 



•«u rC^ocrkrC* oer» 

irCxoxu vs^rC xp 
-Ardr^a ^730031 



Nr. 19. Johannes Chrysostomus, Homilien. Syrische Handschrift. Urn 1300. 



TAFEL XI 



'r ■ %ïi' 



0>3>007> 




Nr. 20. Kanones. Syrische Handschrift. ll.Jahrh. 



TAFEL XII 











r^ 






a 

Nr. 22. Konzilskanones. Arabische Handschrift. 14. Jahrh. 



u\*^5 



TAFEL XIII 




^OM>WKao<i^a)^ -04 &** ol 

Nr. 31. Liturgica Syriaca Sinaitica. 
Syrische Handschrift aus dem Jahre 1292. 



TAFEL XIV 






* 




<AaÜ .1iafi»Vafi^aUa\9oV^&^^oWfto'9 

Nr. 34. Menaon. Syrische Handschrift aus dem Jahre 1031. 



TAFEL XV 



even v£irCocv».>3 



•il\C\<73 CVC73 T^kvffOT^ 

™t^^tvt<*\cc» ca 

"*V*^. ^1*Jl1tC ^^V» 
•OJOTsjacn^ rCCkaCcn$r\ 

x<lri' S^Oa^ 7 ,:v:73 
rsÜOó-n -71:%=» r&T 



Nr. 36. Novum Testamentumjsyriace. Syrische Handschrift. 7. Jahrh. 



TAFEL XVI 



\Jiï**~U *&jy>> %j&£» & \<-b> 'i— 

^^^\ik^il>u «JUK 

Mi»ölLpJuiLJA^i-i^i 

Nr. 40. Psalterium arabicum. Arabische Handschrift. 13. Jahrh. 



TAFEL XVII 



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Nr. 42. Psalterium liturgicum Syriacum. Syrische Handschrift. 10. Jahrh. 






TAFEL XVII] 













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Nr. 45. Totenliturgie. Griechisch*arabische Handschrift mit Neumen. 

11.-12. Jahrh. 



TAFEL XIX 



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WO 13 



Nr. 47. Triodion. Syrische Handschrift. 11. Jahrh. 



TAFEL XX 












ei«l^g 



Nr. 11. Gebetsrolle. 
Armenische Handschrift. 18. Jahrh. 



Verlag von Karl W. hiersemann in Leipzig, Königstr. 29 

Orienfalisches Archiv 

lllusfrierte Zeifschrift für Kunst, Kulfurgeschichte und Völkerkunde 

der Lander des Ostens. Herausgegeben von Dr. Hugo Grothe 

Jahrgang I bis III (je vier Hefte). 4. 1910—13 

Jeder Jahrgang in Ganzleinenband M. WO.— 

Behandelt u. a. oriënt. Architektur (Adrianopel etc), islamit. Malerei, Keramik, 
Elhnographie Persiens, Sharakuprobleme. chines. Fachet", mongoloide Völker 
Europas u. d. Basken, Ehrenpforten in China, korean. Kunst, Darstellung von 
Europaern in der japan. Kunst, Topographie Konstantinopels im 16. Jahrh., 
arische Bevölkerung des Pamir, poln. Knüpfteppiche, Alhambra, japan. Kunst- 
fleift, Amerika und Wesfasien, die islamit. Bauten von Isnik, die Ergebnisse 
der deutschen Turfan-Expedifion, oriënt, und frühgriech. Kunst etc. 

KOKOWZOFF, P.: 

Nouveaux fragments syropalestiniens 

de la Bibliothèque Impériale Publique de Saint-Pétersbourg. 

Mit 4 Tafeln in Lichtdruck. 39 5. 4. St. Petersburg 1906 

halbleinenband M. 120.— 

* 

Veröffenflidiungen des 
Service des Antiquités de 1'Egypfe, Cairo 

Catalogue Général des Antiquités Égyptiennes duMusée 

du Caire (pubJié sous les auspices de la Direcfion 

Générale du Service des Antiquités) 

MitvielenTextabbildungen und Tafeln. 4. Le Caire 1901-1914. Bd.I-LXXV. 

In schone dunkelgrüne Halblederbande gebunden mit Ausnahme der Bande 
38, 41, 44, 45. 48. 53, 55, die noch nicht abgeschlossen sind, die aber nach 
Erscheinen ihres SchluEïteiles in gleicher Ausführung nachgebunden werden. 
Preis dieser vollstandigen Reihe einschlieÖlich dieser sechs broschierten Bande 

Mark 62000.- 



ÖUTACHTEN 

des Herrn Dr. A. BaiMlst&rfc, ord. Honor ar- Professors an der 

Universiteit Bonn 



O UTA CHTEN 

über die griechischen, syrischen und arabischen Handschriften und 
Handschriften- Bruchstücke des Katalogs K. W. Hiersemann, Leipzig 

No. 500 



Die griechischen, christlich-arabischen und, mit Ausnahme der beiden 
Nummern 8 und 19, die syrischen Handschriften und Handschriften- 
bruchstücke des Katalogs K. W. Hiersemann No. 500 haben dem Unter- 
zeichneten langere Zeit und teilweise wiederholt zu eingehender Prüfung 
vorgelegen, wahrend ich den Druck einer grofiangelegten „Geschichte 
der syrischen Literatur" zum AbschluB brachte, die u. a. einen mög- 
lichst erschöpfenden Nachweis aller handschriftlichen Überlieferungs- 
zeugen jedes besprochenen Textes anstrebt. Ich glaube daher ohne 
Überhebung sagen zu dürfen, dafi schwerlich irgend jemand — zum 
mindesten hier in Deutschland — zur Beurteilung des Wertes speziell 
der syrischen Stücke besser hatte befahigt sein können. Wahrheits- 
gemafl mufi ich aber aussprechen, dafi mir vieles hier eine wahre 
Offenbarung gewesen ist. Ich betrachte das Auftauchen dieses 
Materials als ein Ereignis in der Geschichte der christlich- 
orientalischen Studiën. 

Mit Ausnahme der sicher jakobitischen Nr. 7 handelt es sich durch- 
weg um Stücke melkitischer Herkunft. In edessenischem Syrisch 
waren uns nun aber bisher nur Denkmaler der melkitischen Liturgie 
bekannt. In den dabei schon durch ihr Alter hervorragenden Nrn. 2 
und 3 eröffnet sich demgegenüber erstmals ein Einblick in 
das auch nichtliturgische literarische Leben und Interesse 
melkitischer Kreise. Dabei ist die konfessionskundlich und kirchen- 
geschichtlich bedeutsame Feststellung starker Hterarischer Anleihen 
dieser Kreise beim Nestorianismus zu machen. In Nr. 2. i°. 8°. io°. 
i8°. 17 . 19 . Nr. 3. i°. 7 . 8°. io°. und 18 liegen auch im einzelnen 
völlig neue, anderweitig nie überlieferte Texte vor, die zum 
Teil auf die hervorragenden Nestorianer Isaak von Ninive und Sahdona, 
auf den Fiirsten altsyrischer Dichtung, den hl. Aphrem, oder doch 
dessen Namen, die Griechen Makaraos und Johannes Moschos ent- 
fallen. Von der „Geistlichen Wiese" des letztgenannten Autors wird 
überhaupt die Tatsache einer Übersetzung erst durch das vorliegende 
Bruchstück einer solchen greifbar. In anderen Fallen erhalten wir wie 
bei Nr. 2. 21°. wenigstens einen neuen Textzeugen, der die bisher be- 
kannten an Alter weit übertrifft. Von den liturgisch en Stücken ist 
Nr. 3. 2° als alteste erhaltene Probe der syrischen Übersetzung griechi- 
scher sog. Kanones, Nr. 34 als eines der altesten datierten Denk- 
maler syrisch-melkitischer Liturgie von einzigartiger Be- 



deutung. Die Nr'. 3. 20 . 21°. Nrn. 6, 27. 28, 37. 41 und 42 stellen mehr 
oder minder ausgësprochene Belege eines von dem gemein-melkitischen 
abweichenden liturgischen Types dar, in welchem nur der vorbyzan- 
tinische des frühchristlichen Antiocheias scheint erblickt werden zu 
können, der seit dem 6. Jahrh. bisher so gut als völlig verschollen war. 
Die liturgiegeschichtliche Forschung steht hier einem völlig 
neuen Stoffe von allergröfitem Interesse gegenüber. 

Nicht minder liturgisch Neues und teilweise Neuartiges bringen die 
rein griechische Nr. 4 und die beiden griechisch-arabischen Nrn* 45, 46. 
Die letzteren würden für eine wissen schaf tliche Behandlung der griechi- 
schen Totenliturgie eine geradezu fundamentale Bedeutung haben. 

Die christlich-arabischen Nrn. bereichern demgegenüber unsere 
Kenntnis christlicher Literatur in arabischer Sprache, zu deren altesten 
Überlieferungszeugen einzelne derselben gehören dürften. In den Nrn. 
16, BI. 65°r/94°v. und 39 werden für Hiob und Psalter völlig 
neue arabische Texte biblischen Schrifttums bekannt. Bisher 
Unbekanntes von literarischem Charakter im engeren Sinne des 
Wortes liegt Nr. 14, i°/5 ü .7°.9°/i i°. i3°/i6°. 20 . 21 . 23 . Nr. 16. BI. i°r/23°r 
und 25 vor, wobei besonders auf die Übersetzung im syrischen Qrigi- 
nale nicht erhaltener Dichtungen Jkqöb(h)s von Serüg(h) in Nr. 14. 9 
und die arabischen Texte aus der apokryphen Apostelgeschichten- 
Literatur in den Nrn. 14. 7 , 16 BL i°r/ 2 3° r zu verweisen ist. Die 
Handschrift Nr. 14 ist vermöge ihrer absolut unanfechtbaren 
Zeitstellung schon allein eine Urkunde allerersten Ranges 
für die Geschichte des Buchwesens, die bisher mit so alten 
Baumwollpapier-Handschrif ten nicht zure chn enge wohnt war. 

Die Nrn. 3 (teilweise), 20 und 42 sind Palimpseste, die eine Wieder- 
gewinnung der — bei Nr. 42 armenischen — unteren Schrift ent- 
schieden als im Bereiche der Möglichkeit liegend erscheinen lassen. 
Eine solche würde dabei in dem Falie von Nr. 20 unschatzbar für 
die Geschichte der Medizin bei den Syrern sein. 

Aufier Nr. 3. 13 ist von allen diesen Schatzen noch nichts von 
der wissenschaftlichen Arbeit verwertet worden. Unter diesen 
Umstanden mussen im Verhaltnis zur Entwertung des deutschen Gel- 
des die von Herrn K. W. Hiersemann geforderten Preise noch als 
durchaus mafiige bezeichnet werden. Ich habe wahrend meiner Be- 
schaftigung mit der ganz einzigartigen Sammlung mehrfach und sehf 
nachdrücklich sogar Ansetzung wesentlich höherer Preise beantragt 
und kann vom Standpunkte des wissenschaftlichen Interesses nur aufs 
lebhafteste wünschen, daB ein hochherziger Kaufer dieselbe vor einer 
Zersplitterung bewahrt und als Ganzes erwirbt. Er erwirbt in jhr ein 
Unikum, das in den hinter uns liegenden glanzenden Zeiten Deutsch- 
lands unbedingt von der damals Königl. Bibliothek in Berlin hatte 
erworben werden mussen und das selbst den beiden wertyollsten 
europaischen GroBbestanden syrischer Handschriften im British Museum 
und in der Vatikana zu hÖchster Zierde gereichen würde. 

BONN, Beethovenstr. 44, 17. Januar 1922. 

gez. DR. A. BAUMSTARK 

Ordenth Honararprofessor an der Universitat, 






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